Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer.
- Fischer, H. (Hermann Eberhard), 1831-1919.
- Date:
- 1909
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Credit: Kriegschirurgische Rück- und Ausblicke vom asiatischen Kriegsschauplatze / von Hermann Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![UA Während der Schlachten von Wafangou, Kaidchou, Taschitschao, am Schaho blieben die Pflegestationen des roten Kreuzes zu weit von den Verbandplätzen ab, hielten vielmehr Tee und Suppen erst an den Bahnhöfen bereit. Ebenso befanden sich während der Schlacht bei Mukden die Hauptpflegestationen auf der 540 km langen Strecke zwischen Mukden und dem Bahnhofe von Charbin, in der freilich enorme Mengen 198080 Kochportionen (russische Gemüsesuppe). 73780 Eier und 3432 kg Brot verabfolgt wurden. Das Richtige bleibt, daß die Verpflegung und Erquickun«- der Ver- Avundeten auf dem Verbandplätze gescliieht. selbst auf die selir über- schätzte Gefahr hin, daß die freiwillige Pflege bis dahin vordringt. Die Japaner iiatten zu dem Zwecke ihren Verbandplätzen IvüchenAvagen mit- gegeben. da sie die freiwillige Pflege grundsätzlicli vom Kriegstheater fern hielten. Das Avar eine sehr Avirksame ^laßregel! In kleinen Hand- wagen holten sie die Materialien für die Küche herbei. So konnten sie Tee und Reis, auch Konserven, trockenen Fiscli und gedöriles Fleisch, selbst Gemüse liefern. Die frehvillige Pflege Avürde auch bei uns gern bereit sein, gute Küchen- und WasserAvagen zu stellen, und sie auch besser bedienen als die dazu berufenen Soldaten. Damit ging Hand in Hand eine Fagerung. Schmerzlinderung und Shockbekämpfung. Bei den Russen Avar es mit diesen Maßregeln, die für eine gute AVundpflege unerläßlich sind, oft Avindig bestellt. Die russischen Soldaten sind geduldig. Sie ertragen große Schmerzen mit frommer Ergebung! Lnd doch konnte man sie oft laut jammern und klagen liören! Fs fehlte an schmerzlindernden Mitteln. Es Avar keine leichte Aufgabe die erschöpften, blutleeren und scliAver leidenden A’erAAumdeten so zu lagern, daß sie sich erst eriiolen konnten. Strolisäcke Avaren zAvar vorhanden, doch kein Stroh! Die Russen benutzten so Aveit es anging das Hirse- stroh. auch Heu. um das Fager Aveich zu machen. Meist aber lagen die Verwundeten auf bloßer Erde und auf den nackten Dielen. Die Japaner Avaren daran geAvölmt und verlangten kein Aveiches Fager. Die liegenden Verwundeten soUen so geordnet sein, daß man aucli leicht zu ihnen gelangen kann, sonst ist ihre Pflege unmöglich. Dazu gehört AÜel Platz und eine gute Disposition. V. Osten erzählt: „Im Sommer haben wir einmal, als plötzlich wie immer der Befehl zum Rückziige gegeben wurde, unsere Verwundeten in weitem Umkreise aus den grünen Hirsefeldern heraasreißen müssen, da kein Locken und Schreien sie er- munterte. Am Schaho hatten wir unsere Zelte, alle Pansen im Dorfe, Kornkammern und Ställe voll belegt und konnten nur mit großer Mühe auf dem weiten Hofe einen schmalen Gang für die Träger freilassen, trotzdem immer evakuiert wurde.” Aber bei der großartig ausgestatteten und vortreffHch geleiteten Kolonne der Kaiserin Alutter war auch für eine gute Fagerung der A^er- Avundeten gesorgt. Zur Schmerz]inderung Avar in beiden Armeen die Alorphiumspritze in außerordentlicher Tätigkeit. Die Japaner haben enorme Quantitäten Alorphium verbraucht (siehe S. 47). Der Shock Avurde durch wanne Getränke und Morphium bekämpft. Kochsalzinfusionen waren bei den Japanern ermöglicht, doch selten ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28986556_0152.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


