Ueber die Erfolge der Urethroplastik bei der Behandlung narbiger Penisfisteln ; Widernatürlicher After mit Vorfall der Flexura sigmoidea : Heilung durch Ausschaltung des vorgefallen Darmstückes / von Prof. Dr. Czerny.
- Vincenz Czerny
- Date:
- [1877]
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Credit: Ueber die Erfolge der Urethroplastik bei der Behandlung narbiger Penisfisteln ; Widernatürlicher After mit Vorfall der Flexura sigmoidea : Heilung durch Ausschaltung des vorgefallen Darmstückes / von Prof. Dr. Czerny. Source: Wellcome Collection.
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![b) Zwei Hautbrücken, aa) Vereinigung der Wundräuder. 47. Dieffenbach (1. c. S. 23.) Ein Handlungsdiener, L. T., soll sy- philitisch gewesen sein und erwarb eine Fistel, gross genug, um den dicksten Katheter durchzulassen, indem ein Geschwür von innen heraus die Harnröhre durchbrach. Es wurde ein Katheter eingelegt, die Fistelränder in der Längs- richtung angefrischt, zu beiden Seiten Entspannungsschnitte angelegt und die so entstehenden Hautbrücken von ihrer Unterlage gelöst, dann die Fistelränder durch die umschlungene Naht vereinigt. Starke Erectiouen. Die Nadeln wur- den am vierten Tage entfernt. Heilung bis auf eine Senfkorngrosse Oef&ung, die sich nach Anwendung von Cantharidentinctur bald schloss. Dieselbe Methode wurde als Nebenoperation von Czerny (Nr. 80) ohne Erfolg angewendet. jS^) Vereinigung der wunden Flächen. 48. Ne'laton (Gaz. des höp. 1852, p. 373). Bei einem 18jährigen M. bestand seit der Kindheit, ohne sicher bekannt gewordene Veranlassung, eine Fistel in der Mittellinie zwei bis drei Centimenter hinter der Eichelölfiiung von drei Centimeter (später heisst es 15 Millimeter) Länge und Breite, durch welche Ham und Samen entleert wurde. Nachdem schon Gosselin (Lappen von der linken Seite, der mit Serres fines und umschlungener Naht rechts befestigt wurde, Verweilkatheter) dann Giraide s, endlich Jarjavay ganz ohne Erfolg operirt hatten, versuchte NPlaton im Mai 1851 eine Operation, jedoch ebenfalls ohne Erfolg. Am 10. März wurde von Nelaton die 5. Operation gemacht. Sie bestand erstens in Anfrischung der Fistelränder, zweitens Bildung horinzontalef Hautbrücken (einer vorderen und .einer hinteren, deren Breiten Jamain [Pa- thologie chirurgicale, Paris 1870, Tome II, p. 846] zu 3 Centimeter angiebt), welche von ihrer Unterlage in grosser Ausdehnung gelöst und mit ihren Flä- chen durch die umschlungene Naht vereinigt wurden. Der Urin wurde mit- telst des Katheters mehrmals täglich durch eine zweite Fistel entleert, welche einige Centimenter hinter der ersten lag und dieses Mal nicht operirt wurde. Die Nähte wurden bis zum sechsten Tage entfernt. Die Heihmg wurde selbst durch ein Wunderysipel nicht unterbrochen und war in einem Monat complet. Am 8. Mai wurde die hintere Fistel von zwei Centimeter Länge nach derselben Methode operirt und heilte grössentheils durch Eiterung. Am 18. Juni war die Heilung vollständig, der Urinstrahl, die Erection und Ejaculation normal. Behandlungsdauer bei Nelaton 13 Monate. 49. A. Richard (Gaz. des höp., 28. März 1854, p. 145). Bei dem 35jährigen Patienten bestand seit langer Zeit eine Harnröhrenfistel von 1^ Cm, Länge und 1 Cm. Breite zwei Finger breit vor dem Scrotum. Nach- dem seit zwei Jahren fünf Operationen gescheitert waren (davon eine von Ne- laton selbst nach seiner Methode ausgeführt, bei welcher durch die Naht die gedoppelte Hautfalte gangränös wurde), löste er nochmals zwei quere Haut- brücken, die vordere von zwei Centimeter Breite, während die hintere bis auf die Mitte des Scrotums reichte. Dieselben wurden jedoch nicht durch die Naht fest vereinigt, sondern der Granulationsbildung überlassen und die Narbenzu- 4](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22452394_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)