Ueber die Erfolge der Urethroplastik bei der Behandlung narbiger Penisfisteln ; Widernatürlicher After mit Vorfall der Flexura sigmoidea : Heilung durch Ausschaltung des vorgefallen Darmstückes / von Prof. Dr. Czerny.
- Vincenz Czerny
- Date:
- [1877]
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Credit: Ueber die Erfolge der Urethroplastik bei der Behandlung narbiger Penisfisteln ; Widernatürlicher After mit Vorfall der Flexura sigmoidea : Heilung durch Ausschaltung des vorgefallen Darmstückes / von Prof. Dr. Czerny. Source: Wellcome Collection.
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![so dass er bloss noch an etwas Haut und dein halben .Schwellkörper hing. Nach einer furchtbaren Blutung wurde die Wunde durch mehrere Knoiifhähte ver- einigt und heilte, jedoch so, dass die Eichel mit ihrer unteren Fläche gegen das Abdomen gerichtet war. Da ein Katheter nicht mehr eingefuhrt werden konnte, obliterirte der vordere Theil der Haniröhre und da auch der hintere sich sehr bedeutend verengerte, cnstand eine Fistel am Periiiiuim. Diese wurde zunächst erweitert, ein Katheter eingelegt und dann auch der vordere Theil der Harnröhre, welcher am hinteren Ende verschlossen war, duich die äussere Urethrotomie so weit aufgeschlossen, dass man einen Katheter Nr. 11 vom Orificium erternum bis in die Blase einführen konnte. Um den zwei Centi- meter grossen Defect auszufüllen, bildete Arlaud einen zwei Centimeter lan- gen und etwa 4 Cm. breiten Hautlappen vor der Fistel mit vorderer Basis und einen zweiten etwas grösseren vom Scrotum mit hinterer Basis, frischte den vorderen Rand des Scrotallappens auf Kosten der Epidennisschicht an, zog ihn über die Bresche nach vorne und schob ihn so unter den vorderen Lappen, dass sich ihre Ränder Dachziegelförmig deckten. Die beiden Lappen wurden in dieser Stellung mittelst einer Serre fine und vier Insectennadeln festge- balten. Die Vereinigung geschah somit durch einfache Herbeiziehung zweier Lappen, die aber weder mit ihren Rändern noch mit ihren Flächen (wie bei Nelaton) vereinigt wurden, sondern Dachziegelförmig über einander geschoben wurden. Die Methode soll von Roux de Brignolles für eine Luftröhreu- fistel verwendet worden sein (vgl. Günther, Die blutigen Operationen, 5. Bd., S. 255). Der Urin ging durch den eingelegten Katheter ab, welcher am drei- zehnten Tage gewechselt wurde. Trotz vieler unangenehmer Zufälle heilte die Wunde schon nach sechs Tagen und es wurde der Patient nach 2^ Monat mit kurirter Fistel und voller Gebrauchsfähigkeit des Gliedes entlassen. Sd) Zwei Lappen mit Flächenvereinigung durch die mehrreihige Matratzennaht. 6%. I) e 1 ore in Lyon (De l’urethroplastie ]iar la suture ä etages. Gaz. des höp. 1874, p. 186 u. ff.). Ein Sjähriger Knabe wurde am 9. Novem- ber 1867 mit einer durch Umschnürung entstandenen Fistel aufgenommen. Erste Operation (wie?) ohne Erfolg. Die zweite ,par la suture ä etages. Gue'- rison.* .Austritt am 27. Februar 1869. 69. Del ore (1. c.) Ein 25 jähriger Soldat der Loire-Armee erhielt am 2. Dezember 1870 einen Schuss, der den linken Hoden zerstörte und durch das rechte Gesäss austrat. Das Scrotum war mit Narben bedeckt und an seiner Basis eine h’istel von 2 Millimeter Durchmesser. Keine Strictur. Der entmuthigte Patient entleerte nicht nur seinen Urin durch die Fistel, sondern bot auch Zeichen von Samenverlusten — die rechte Brust war angcschwollen und empfindlich. Bei der Operation, die am 10. April in der Aethernarkose vor- genommen wurde, entfernte D. das Narbengewebe um die Fistel in einer Ellipse von 4 Centimeter Länge und 2,5 Breite, wodurch die Fistel bis auf 5 Milli- meter vergrössert wurde. Dann wurden zwei seitliche Lappen so weit gelöst, dass sie durch seine dreireihige Naht vereinigt werden konnten. Der Verweil-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22452394_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)