Die Improvisation der Behandlungsmittel im Kriege und bei Unglücksfällen : vademecum für Ärzte und Sanitätspersonen / von W. Cubasch.
- Cubasch, W.
- Date:
- 1884
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Credit: Die Improvisation der Behandlungsmittel im Kriege und bei Unglücksfällen : vademecum für Ärzte und Sanitätspersonen / von W. Cubasch. Source: Wellcome Collection.
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![(las Anl'liöveu der Blutung' uocli dadurcli uiiterstiitzeii, dass man ihm kalte Compressen auf die Herzgegend legt und damit eine Herabsetzung der Herzthätigkeit zu erreichen sucht; ferner ist geistige und kiirperliche Ruhe für den Krauken unbedingt noth- wendig. Bei der Behandlung der Nachblutungen gelten im Allgemeinen diesel])en Regeln. Es sind dies Blutungen, welche nicht unmittelbar nach der Verletzung, sondern erst Stunden oder tagelang nachher auftreten; sie Averden durch ihr unerwartetes und unberechen- bares Eintreten gefährlich. Bis die ärztliche Hilfe am Platze ist, wird man am besten thun. die blutende Ader in der Wunde selbst direct zu comprimiren: aber der comprimirende Finger nniss ganz rein und vorher desinficirt worden sein. Auch hier thut die Hypertiexion, falls keine Fracturen vorhanden sind, aus- gezeichnete Dienste. Bei geringfügigen, besonders bei venösen Blutungen genügt, die Tamponade der Wunde mit antiseptischer Baumwolle oder Jute. Bei Nachblutungen ist dagegen die Digital- compression der Arterie in ihrem Verlaufe oberhalb der Wunde nicht zweckmässig: in der Zeit, welche zwischen der Verwundung und der Nachblutung liegt, wird sich in den meisten Fällen auch bereits der Collateralkreislauf ausgebildet haben und wenn man dann schon das centrale Ende der Arterie comprimirt, so blutet eben das periphere Ende ungestört weiter. Man wird daher ])ei 1)edeutenderen Nachblutungen besser thun, von dieser Methode, welche bei frischen Verletzungen ausgezeichnete Dienste leistet, abzustehen, um nicht zu riskiren, die kostbare Zeit zu verlieren und den Kranken der (xefahr einer acuten Anämie auszusetzen. Blutungen aus verschiedenen Körpertheilen und deren Behandlung. Kopf, (geringere Blutungen aus Wunden des behaarten Kopfes stehen gewöhnlich bald von selbst; im Nothfalle wird man meistens mit kaltem Wasser oder mit einem comprimirenden Verband zum Ziele gelangen. Ist der knöcherne Schädel und das Gehirn verletzt, so verfährt man in derselben Weise; man ver- binde die Wunde mit einem in kaltes Wasser getauchten Tuche, imd lagere den Kranken sitzend oder halbsitzend, aber stets mit erhöhtem Kopfe. Sollte aber diese erste Hilfe nicht ausreichen, und das Blut in besorgnisserregender W^eise aus der Tiefe einer perforirenden Schädelwunde strömen, so wird man zur Compression der Art. carotis am Halse schreiten müssen. Man drückt dabei den Kopf des Verwundeten au die eigene Brust und indem man die ausgestreckten Finger beider Hände von beiden Seiten unter den Muse, sterno-cleido-mastoideus (Ko])fnicker, vom Warzenfort- satz des Schädels zum oberen Rande des Brustbeins verlaufend) schiebt, drückt man die Ader ü-eü'cn die Halswirbelsäule an.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21047960_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)