Die griechische Uebersetzung des Apologeticus Tertullian's. Medicinisches aus der ältesten Kirchengeschichte / Von Adolf Harnack.
- Adolf von Harnack
- Date:
- 1892
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Credit: Die griechische Uebersetzung des Apologeticus Tertullian's. Medicinisches aus der ältesten Kirchengeschichte / Von Adolf Harnack. Source: Wellcome Collection.
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![wäre nichts gewonnen; denn auch dann noch bliehe es das Wahrscheinlichste, dass Eusebius lediglich die weltliche Be- rühmtheit Tertullian's ausdrücken wollte. Eusebius hat von dieser gehört. Er hat uns damit etwas erzählt, was kein Abendländer berichtet hat. Nur erschliessen können wir aus den Werken Tertullian's selbst1), dass er längere Zeit in Rom zugebracht hat, dass er mit den Verhältnissen der Stadt vertraut war, und dass er vor der Bekehrung zum Christen- thum Rechtsgelehrter gewesen ist. Hauptsächlich auf dem Zeugniss des Eusebius beruht es, wenn die Combination unsere» Tertullian mit jenem römischen Rechtsgelehrten Tertullian für empfehlenswerth gehalten wird; aus dessen Quaest. libri VIII zwei, aus dem Liber singularis de castrensi peculio drei Stellen in den Digesten angeführt werden und der am Ende des 2. Jahr- hunderts geschrieben hat2). Hat aber Eusebius von der weltlichen Berühmtheit Tertul- lians gehört, so hat er zweifellos auch von seinen kirchlichen Verdiensten und seiner kirchlichen Stellung Kunde erhalten; denn von jener erzählte man in den Kirchen nur, weil man von diesen berichtete. Hier, wo er Tertullian zum ersten Male ein- führt, vermag man es noch einigermassen zu begreifen, dass er von dem Christen Tertullian schweigt — es lag ihm allein daran die Einsicht und Zuverlässigkeit seines Gewährsmanns als eines angesehenen, in Rom selbst berühmten Juristen hervorzuheben. Je interessanter die absonderliche Geschichte von dem Bericht des Pilatus an Tiberius seinen Lesern sein musste, um so wich- tiger musste es ihm sein, sie zu beglaubigen. Dennoch bleibt es im höchsten Gerade auffallend, dass Eusebius, obgleich er Ehrenbezeichnung „clarissimus {XafxnQÖruxoQ, avyx?.?]Tixoq) in der Weise dem senatorischen Stande titular beigelegt worden, dass sie fortan von Männern, Frauen, Jünglingen und Kindern beiderlei Geschlechts unmittel- bar hinter dem Eigennamen in fester Abkürzung geführt wird. Vgl. auch S. 471 n. 3: „Die titulare Verwendung von o XafxnQÖraxoq avyxXijzixög oder ovyxl.rjzixoq schlechtweg, besonderes häufig verwendet zur Bezeichnung von Verwandtschaft oder Verschwägerung mit Personen senatorischen Standes, ist überwiegend griechisch, hauptsächlich kleinasiatisch. 1) Vgl. Hieron. de vir. inl. 53, der sich jedoch dunkel über Beziehun- gen Tertullian's zu Rom ausgedrückt hat. 2) Alle Bedenken gegen diese Identificirung sind allerdings nicht gehoben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219709_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)