Die griechische Uebersetzung des Apologeticus Tertullian's. Medicinisches aus der ältesten Kirchengeschichte / Von Adolf Harnack.
- Adolf von Harnack
- Date:
- 1892
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Credit: Die griechische Uebersetzung des Apologeticus Tertullian's. Medicinisches aus der ältesten Kirchengeschichte / Von Adolf Harnack. Source: Wellcome Collection.
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![häretischen Gemeinschaften: „sie wagen zu lehren, zu streiten, zu exorcisiren, Heilungen zu versprechen, vielleicht auch zu taufen ]). Eine Einrichtung, wie sie sich heute manchmal in kirchlichen Krankenhäusern findet, dass eine „Oberin die Kranken und die Ärzte dirigirt, wäre nicht im Sinne der alten Kirche gewesen, freilich auch nicht die Beschickung der männ- lichen Kranken durch Frauen und Jungfrauen, während sich diese Einrichtung bei uns bewährt hat. Ziemlich frühe scheint das Institut der angestellten Wittwen in das der „Diakonissen über- gegangen zu sein; leider ist uns über diesen Übergang und die Entstehung der Diakonissen-Institution nichts bekannt2). In der ältesten Kirche traten aber die weiblichen Pfleger hinter den männlichen sehr zurück. Die Diakonen waren die eigentlichen Helfer. Ihr Amt war ein schweres und, namentlich in den Zeiten der Verfolgungen, ein sehr exponirtes. Sie haben eine beträchtliche Anzahl zu den Märtyrern gestellt. „Thäter guter Werke, Tag und Nacht nach Allem sehend, werden sie genannt3). Die Sorge für die Armen und Kranken war eine ihrer Hauptaufgaben 4). Wie viel sie leisten mussten und was sie ge- leistet haben, erkennt man vor Allem aus der Briefsammlung Cyprian's5) und aus den echten Märtyreracten. Aber der Um- stand, dass besondere Krankenpfleger vorhanden waren, sollte den Laien nicht entlasten. „Die Kranken sind nicht zu vernachläs- sigen, noch soll Einer sagen: ,ich habe das Dienen nicht gelernt'. Niemand soll eine gemächliche Lebensweise oder das Ungewohnte, Anderen hülfreich zu sein, vorschützen, heisst es im pseudo- justinischen Brief an Zenas und Serenus 6). Dass sich die Nach- folge Christi im Krankendienst zeigt, mit dem das „visitare 1) De praescr. 41. 2) Sie werden zuerst im Pliniusbrief erwähnt. 3) Texte u. Unters. II, 5 S. 24. 4) S. Ep. Pseudoclem. ad Jacob. 12: Ol xfjq ixxXrjaiaq öidxovoi xo tnioxönov ovvexwq pefxßo/usvoi saxwaav d(p^aX/xoi, kxäoxov xfjq ExxXqotaq 7ioXvTtQay[/.ovovvxeq xaq TtQa^siq . . . xovq 6s xaxa oägxa vooovvxccq /xav- &uv£xojoccv xal xo~> dyvoovvxi nXrj&ei. TtQooavxißccXXexiDoav, iV eTticpalvcovxca, xal xa ösovxa ItcI xy xov 7t()oxa9-eZ,0[i£vov yvcö[i?j nuQSxsxcooav. 5) Er ermahnt immer wieder in den Briefen, die er aus seinem Ver- steck an die Gemeinde schrieb, die Kranken nicht zu vernachlässigen. G) C. 17. Texte und Untersuchungen VIII, 4. 10](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219709_0151.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)