Die griechische Uebersetzung des Apologeticus Tertullian's. Medicinisches aus der ältesten Kirchengeschichte / Von Adolf Harnack.
- Adolf von Harnack
- Date:
- 1892
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Credit: Die griechische Uebersetzung des Apologeticus Tertullian's. Medicinisches aus der ältesten Kirchengeschichte / Von Adolf Harnack. Source: Wellcome Collection.
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![lian's, Minucius Felix', Cyprian's, Novatian's und die lateinischen Briefe römischer Bischöfe fehlten auf den palästinensischen Bi- bliotheken; auch die griechisch verfassten Schriften Tertullian's scheinen dort nicht vorhanden gewesen zu sein. Um so überraschender und wichtiger ist es, aus der Kirchen- geschichte des Eusebius zu ersehen, dass eine griechische Übersetzung des Apologeticus Tertullian's in Palästina aufbe- wahrt wurde und von dem Kirchenhistoriker gebraucht worden ist. Zwar ist die Thatsache von einigen Gelehrten bestritten worden, u. A. sogar von Scaliger; allein die Worte des Eusebius schliessen jeden Zweifel darüber aus, dass nicht er einige Stellen aus jenem Werke selbständig übersetzt, sondern dass er eine vollständige griechische Version vorgefunden und excerpirt hat. Sie lauten (h. e. II, 2, 4): TsQxvlliavtq . . . . Iv x(] ygapsiGi] (tsv avxm Pcotualcov cpcovf], (israßZ^dslöq öh xal eju xr\v Ella- da ylcöxxav vjisq Xqiötmxvcöv ajtoloyla. xi&rfii xaxa Isgiv xovxov lözoqcöv xov xqoxov, vgl. (III, 33, 3): Elli]%xai 8 rj löxogla eg r\q avmxeQW öeörjlmxa^EV xov Tsgxvlliavov iPo- (icüxrjq ajioloyiaq, 7]q ?] tgjirjvela xovxov e^el xov xgoxov. Man braucht diese beiden Stellen nicht erst mit den oben an- geführten zu vergleichen, um sich davon zu überzeugen, dass Eusebius hier nicht, wie dort, eine eigene, sondern eine fremde Übersetzung mitgetheilt hat. Die Existenz einer griechischen Übersetzung des Apologeti- cus in konstantinischer Zeit ist litterargeschichtlich von hohem Werthe. Bis vor Kurzem vermochten wir ihr nichts oder so gut wie nichts an die Seite zu stellen. Während die Lateiner von den Griechen einen grossen Theil ihrer christlichen Litteratur übernommen und durch Übersetzungen sich vertraut gemacht haben, waren die Griechen reich genug, um die lateinische christliche Litteratur, die erst mit dem Ende des 2. Jahrhunderts begonnen hat, entbehren zu können. Nur den Apologeticus Tertullian's haben sie übersetzt und damit bewiesen, dass auch sie denselben Eindruck von der Superiorität dieses Werkes empfangen haben, den noch heute jeder Leser gewinnen muss. In der That be- sassen sie selbst nichts, was sie dieser Verteidigungsschrift an die Seite setzen konnten. Abgesehen hievon können wir nur noch vermuthen, dass die Rede, welche der angeklagte Christ Apollonius zu Rom vor dem Senat z. Z. des Commodus gehalten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21219709_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)