Copy 1, Volume 1
Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung / Bearb. und herausgegeben von Dietr. Wilh. Heinr. Busch und A. Moser.
- Busch, D. W. H. (Dietrich Wilhelm Heinrich), 1788-1858.
- Date:
- 1840-1843
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Credit: Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung / Bearb. und herausgegeben von Dietr. Wilh. Heinr. Busch und A. Moser. Source: Wellcome Collection.
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![nicht mehr. Die Nahrung- bestehe jetzt in einigen Tassen Thiermilch mit Fenchelthee, und des Vormittags Mittags und Abends in einem Brei von geriebener Semmel und Zwieback, erst später gehe man zu andern Nahrungsmitteln über. Die Mutter leidet in der Regel an einer Anschwellung der Brüste, die oft einen bedeutenden Umfang erreichen und sicli entzünden; bei einem gehörigen Verhalten verschwindet die Geschwulst schon in wenigen Tagen und es bleibt nur noch auf kurze Zeit ein geringer Zufluss von Milch zurück, der endlich auch aufhört. Das Verfahren welches sie zu be- obachten hat, besteht in Folgendem: Die Brüste müssen unterstützt werden, damit sie nicht herabhängen, und man kann einen gelinden gleichmässigen Druck gegen sie anwen- den , doch darf dieser niemals schmerzhaft werden, da er hef- tige Entzündung der Brüste und gefährliche Milchmetastasen herbeizuführen vermag. Wir machen auf das Unzweckmässige und Schädliche eines zu heftigen Druckes aufmerksam, da dieses Verfahren bei den Frauen sehr gebräuchlich ist, und sogar Hebammen häufig dasselbe anrathen. Die Frau ge- niesse in der ersten Zeit nach der Entwöhnung nur eine sehr schmale Kost, vermeide jede nährende, reizende, er- hitzende und die Milchsecretion befördernde Speise; sie darf auch nicht viel trinken, und nehme mehrere Tage hin- ter einander leichte Abführungsmittel, zu denen sich die Neu- tralsalze das Kali SU 1])huricmn^ die Magnesia siilphurica und das Natron sulphuricum empfehlen, welche auf die Milchsecretion eine specilische Wirkung auszuüben scheinen. So lange bei dem Kinde oder der Mutter keine bestimmten Krankheitszustände sich zeigen, ist dieses Verfahren hinrei- chend, treten aber solche auf, dann müssen sie nach den Vor- schriften der speciellen Therapie behandelt werden; für die Mütter kann namentlich eine künstliche Absaugung der Milch, welche in den Brustdrüsen verbanden ist, nothwendig wer- den; es wird durch dieselbe die angesammelte Milch entleert, die örtlich krankhaften Erscheinungen verschwinden, die Milchsecretion aber dennoch nicht andauernd unterhalten wer- den, wie bei dem Saugen des Kindes. Das Kind wiederum anzulegen, nachdem es schon eine geraume Zeit die Mutter- milch nicht bekommen hat, ist überdiess leicht für das Kind schädlich, es trinkt zu gierig, nimmt zu viele Mdch auf; die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29328780_0001_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


