Copy 1, Volume 1
Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung / Bearb. und herausgegeben von Dietr. Wilh. Heinr. Busch und A. Moser.
- Busch, D. W. H. (Dietrich Wilhelm Heinrich), 1788-1858.
- Date:
- 1840-1843
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung / Bearb. und herausgegeben von Dietr. Wilh. Heinr. Busch und A. Moser. Source: Wellcome Collection.
50/630 page 38
![/ Oft findet man das Ei scbon in dem Muttermund, und die Kon- traktionen der Gebärmutter sind dennoch nicJit kräftig- g-enug-, es bei nur gering-er Adhäsion weiter lierabzofüliren, so dass Blutung und Scliinerzeo dann fortdauern müssen. Das Ei gebt in der Regel mit unzerrissenen Häuten ab. Es ist die- ses nach unserer Erfahrung bis zum vierten Monate, also bis zur Bildung der Plazenta, am häutigsten der Fall, und es stimmen hiermit die meisten Schriftsteller überein, nur Hur ns sagt, dass zu dieser Zeit, vor dem vierten ]>Ionate, das ganze Ei zuweilen auf einmal und unverhofft abgehe, dass dieses jedoch selten sei; es ist diese Angabe jedenfalls unrichtig. Man kann hei dem Ahortiis zu dieser Zeit keine bestimmten Perioden unterscheiden, doch ist es wichtig auf die zwei Hauptmo- mente, welche hier in Betracht kommen, nämlich auf die rrennung des Eies und auf die Austreibung desselben zu ach- ten. Bei der normalen Geburt bewirken die Kontraktionen der Gebärmutter die Aiisstossung der Frucht und Trennung- der Placenta von der Gebärmutter in der Art, dass zunächst die ersteren, dann die letztere erfolgt. Bei dem Abortus in der ersten Zeit der Schwangerschaft zeigen sich jedoch diese beiden Thätigkeiten in verschiedenen Verhältnissen, jeden- falls muss die Trennung der Frucht der Aiisstossung voran- gehen; es können aber dennoch- beide Tbätig-keiten mehr ge- trennt wirken, was vorzüglich auf den* Verlauf des Abortus Einfluss hat und. die Gefahr hei demselben bedingt. Wird durch irgend eine Ursache das Ei von der Gebärmutter ge- trennt, so wird zwar in der Regel die aiisstossende Tbätig- . keit erweckt, jedoch nicht immer, «und namentlich nicht im- mer in dem Grade, dass die Aiisstossung des Eies wirklich erfolgt, sie wird daher öft auf mehrere Tage, W^ochen oder Monate aiifgescliohen. Wdrd bei dem Abortus die aiisstossende Tbätigkeit zunäclist erweckt, so muss zuvörderst das Ei voll- kommeu getrennt werden, wälirend bei der normalen Geburt durch diese Tbätigkeit der Fötus ohne dass eine vorgängige Trennung stattfindet, ausgestossen wird. Aus diesem Grunde ist die Blutung bei dem Abortus als eine fast konstante Er- scheinung anziisehen, die leicht einen ungemeinen Grad von Heftigkeit erreicht und nur daun sehr gering ist, wenn die Trennung des Eies und die Ausstossung schnell auf ein- ander folgen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29328780_0001_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


