Copy 1, Volume 1
Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung / Bearb. und herausgegeben von Dietr. Wilh. Heinr. Busch und A. Moser.
- Busch, D. W. H. (Dietrich Wilhelm Heinrich), 1788-1858.
- Date:
- 1840-1843
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung / Bearb. und herausgegeben von Dietr. Wilh. Heinr. Busch und A. Moser. Source: Wellcome Collection.
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![1] 1 utfiu SS. 5oa ohne Trennung* des Eies auftreten. Ersclseint der Äbortus un- vermeidlicli, dann müssen wir unser vorzügiicjistes Augenmerk aut' die Entleeruno* der Koutenta der Gebärmutter ricliten, es wird diese aber sowohl durch die primäre Einwirkung der Kälte, d. b. durch die bedingte Zusammenziehung der Theiie, als auch durch die sekundäre, durch die Lähmung des Ner- vensystems, verhindert werden. Nur w^enn hier die Elutung in so hollem Grade heftig ist, dass jede andere Rücksicht momentan zurücktreten muss, oder die Entleerung der Kon- tenta noch nicht möglich ist, darf mau auch hier die Kälte anwenden, jedoch nur auf kurze Zeit, und da die Koagula- tion des Blutes hier vorzüglich wichtig erscheint, so bringe man einen Schwamm in kaltes Wasser getaucht, oder ein Stück- chen Eis in die Scheide ein, um soviel als möglich unmittel- bar auf die blutenden Gefässe eiuzuwirken. Wenn die Metror- rhagie mit dem aktiven Karakter bei einer sehr plethorisclien, robusten Kranken auftritt, dann kann durch einen plötzlichen und heftigen Eindruck der Kälte das Blut entweder nach an- dern Organen gedrängt werden, oder es stockt in den klei- nen Gefässeu der Gebärmutter und der andern ünterleibsor- gane, so dass bei der später auftretenden Reaktion die Ent- zündung derselben eine notbwendige Folge ist. Bei sehr schwächlichen Subjecten wird die Thätigkeit der Theiie zu sehr herabgestimmt werden, wenn die Kälte zu bedeutend ist und lauge ein wirkt, und es können sich paralytische Zu- stände ausbilden. Bei sehr reizbaren Personen sind Kräm- pfe u. s. w. die Folge einer zu heftigen Einwirkung der Kälte, indem der örtlich tonische Krampf sieb weiter ver- breitet, oder die Erscbeiniingeu der Reaktion die Grenzen überschreiten, und selbst als krankhafte Symptome sich ent- wickeln. Kalte ümsebläge auf die Scliaamtheile und die Ge- bärmuttergegend durch Eintauchen von Kompressen in Eis- wasser, oder das Auflegen einer mit Eis gefüllten Blase, so wie die Einwirkung der Kälte auf die Scheide und Gebär- mutter durch das Einbringen von Kompressen ii. s. w. kön. nen wir daher dann ratben, wenn bei einem heftigen Blut- flusse die Frau nicht zu kräftig ist, aber auch nicht so schwach, dass wir die lähmende Einwirkung der Kälte zu fürebteu haben. Ist der Blutfluss unter andern Verhältnissen nur gering, so wenden wir diese Mittel gar nicht an, da der \](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29328780_0001_0515.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


