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Credit: Die Genese der Stauungspapille / von Franz Schieck. Source: Wellcome Collection.
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![verlangsamung, Unbesinnlichkeit und Cheyne-Stokessches Atmen, es bestand eine Stauungspapille von 4 D an den atrophischen Papillen, die vor der Operation nicht vorhanden war. Sofortige Eröffnung. Es fand sich ein 3 cm dickes, extradurales Blutgerinnsel. Nach Entfernung desselben schwanden die Drucksymptome. Nach 4 Stunden ging bereits die Papillenschwellung zurück, nach 2 Tagen war sie verschwunden. Bordley und Cushing1). Hier ist angegeben, dass sie eine „Anzahl solcher Fälle wie der oben beschriebene gesehen haben. Ferner wird hervorgehoben, dass die nach schwerem Schädel- trauma so häufig auftretende Stauungspapille auf die Trepanation hin sehr rasch zurückgeht. Eapider Rückgang der Stauungspapille wurde ferner bei der wegen Urämie ausgeführten Trepanation beobachtet. Genauere Angaben über die Rückbildung der Stauungspapille bei Tumoren werden in der Arbeit von de Schweinitz und Hollo- way2) gemacht. In 11 Fällen von Kleinhirntumoren begann die Ab- schweilung frühestens am Ende des 1., spätestens am 23., durch- schnittlich am 9. Tag; bei 9 Tumoren des Grosshirns frühestens am 2., spätestens am 30., durchschnittlich am 10. Tag. Hier ist ein Rückgang von mindestens 1 D gemeint, während eine geringere Fül- lung der Gefässe schon nach einigen Stunden erkennbar zu sein pflegt. Für die Besserung des Sehvermögens ist die grössere oder geringere Schnelligkeit der Abschweifung ohne Bedeutung. Frazier meint sogar, die langsamere Rückbildung sei prognostisch günstiger. Nach den Experimenten von Beresowsky3) kann von der zurückgelassenen Dura eine Knochenneubildung ausgehen, so dass das gesetzte Ventil wieder mit einer starren Masse verschlossen würde. Dies wäre natürlich in den Fällen, wo eine dauernde Entlastung angestrebt wird, speziell also bei Tumoren, durchaus unerwünscht. Es geht aber aus der Literatur nicht hervor, dass dies im Experi- ment gewonnene Ergebnis beim Menschen ein regelmässiges Vor- kommnis ist, es ist sogar eine ganze Anzahl von Fällen beschrieben, welche die Vorwölbung an der Operationsstelle behalten haben, also doch wohl keinen sekundären knöchernen Verschluss erwarben. Immer- hin wird man da, wo man eine möglichst ausgiebige Entlastung her- beiführen will, die Dura wohl besser entfernen. i) 1. c. 2] 1. C. 3) Cit. bei Kocher.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287429_0218.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)