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Credit: Die Genese der Stauungspapille / von Franz Schieck. Source: Wellcome Collection.
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![nielle Herderkrankung zu stärkerer Schwellung der Papille führen kann, so class die Unterscheidung zwischen dieser Form und der echten Stauungspapille unsicher zu werden vermag [vgl. auch Kamp her- stein1)].) Ist nun eine einheitliche Auffassung möglich unter der Annahme, class die Stauungspapille eine primäre intersti- tielle Neuritis und Perineuritis mit sekundärem entzünd- lichem Odem ist2)? Sehen wir zunächst, wie die Ergebnisse der Trepanation zu dieser Annahme stimmen. Während man in den Erfolgen der operativen Behandlung keinen zwingenden Grund gegen die Annahme einer durch besondere Tumor- toxine bedingten primären Entzündung des Sehnerven zu erblicken braucht, wenn durch die Operation eine ausgiebige Entlee- rung des Liquor nach aussen stattfinden kann und dann die Ab- schwellung der Papille allmählich von statten geht, indem man hierbei der .Entfernung der hypothetischen Tumortoxine die entschei- dende Bedeutung zuspricht, erscheint mir diese Annahme nicht mög- lich, wenn die Stauungspapille nach Trepanation ohne Eröffnung der Dura verschwindet oder wenn der Erfolg der Operation ein nahezu augenblicklicher ist. Bei der Heilung der Stauungs- papille ohne Eröffnung der Dura liegen prinzipiell die gleichen Ver- hältnisse vor wie in dem Falle von Bruns, den dieser für unbedingt beweisend für die mechanische und gegen die entzündliche Theorie ansieht. Dort verlegte der aus der Trepanationsöffnung hervor- wachsencle Tumor dieselbe, es floss kein Liquor ab und trotzdem ging die Stauungspapille zurück. Wenn es in allen diesen Fällen auch möglich — nicht bewiesen — ist, dass mit der Herabsetzung des intrakraniellen Drucks vorher verlegte Abflussbahnen des Liquor wieder frei werden, so bleibt doch unter allen Umständen ein mit den hypothetischen Toxinen beladener Liquor — wenn auch in ver- ringerter Menge und Konzentration — im Schädelraum erhalten und hat weiter Zutritt zum Sehnerven. Es ist aber nicht denkbar, dass eine durch Toxine entstandene hochgradige Entzün- dung rasch zur Heilung kommt, wenn dieselben Toxine — nur an Menge verringert — dauernd weiter auf den Seh- Kamph erst ein, Beitrag zur Pathologie und Pathogenese der Stauungs- papille. Kim. Monatsbl. Bd. XLII, 1. 2) Elschnig. Wiener klin. Rundschau 1902. 5*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21287429_0235.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)