Bedeutung der Kyroskopie für Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen / von H. Strauss.
- Strauss, Hermann
- Date:
- 1904
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Credit: Bedeutung der Kyroskopie für Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen / von H. Strauss. Source: Wellcome Collection.
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![sation bei Nierenkranken veranlafst liabeu, als dies bislier der Fall war. Denn die Unterscheidung der für die klinisclie Be- trachtung Nierenkranker so wichtigen Zustände der Kompen- sation und Dekompensation ist bei Nierenkranken bisher nicht so nachdrücklicli geübt worden, wie bei Herzkrauken, trotzdem sie auch hier dieselbe Wertschätzung verdient wie bei Herz- kranken. Da bei allen möglichen Nierenkranken au(;li kardiale Kompensationsstörungen vorkommen können, so bedarf die Umgrenzung des Begriffs der renalen Kompensation und De- kompensation hier einer kurzen Besprechung. Yon Kom- pensation kann man nur da sprechen, wo die Nierenleistung einen Defekt zeigt, dessen Rückwirkungen auf den Orga- nismus auf irgend eine Art ausgeglichen werden. Nach dieser Richtung hin haben uns kryoskopische Unter- suchungen im Zusammenhang mit allgemein klinischen Be- trachtungen gezeigt, dafs wir bei Nierenlcranken eine „voll- wertige und eine „minderwertige Kompensation unterscheiden dürfen. Kryoskopische Untersuchungen haben uns aufs Neue gelehrt, dafs der Organismus sich der Polyhydrurie als eines Mittels zur Blutreinignng in Fällen bedient, in welchen die Nierenarbeit einen Defekt in ihrer Leistung zeigt. Die Erkenntnis dieser sehr wichtigen Tat- sache hat uns auch aufs Neue auf die Bedeutung hingewiesen, welche eine Verstärkung der Herzarbeit für die Kom- pensation eines Defektes in der Nierenleistung besitzt. Wir betrachten deshalb eine Herzhypertrophie bei einer chronischen Nierenerkrankung als einen sehr erwünschten Ausgleichsvorgang und sehen deshalb, wie ich schon an anderer Stelle ausgeführt habe, „als wichtigste Aufgabe für die Therapie von vornherein bei allen Formen von Nephritis die Sorge für eine Stärkung und Erhaltung der Herzkraft, die wir teils durch Benutzung der physikalisch-diätetischen Faktoren, teils auf medil^amentösem Wege, teils durch eine ausreichende kräftige Ernährung zu erreichen suchen. Es ist u- , dies ein Punkt, dessen Bedeutung neuerdings P. Edel auch T] '^^-^ anderen Gründen betont hat. Eine Konse((uenz der hier <r'^ ausgesprochenen Auflassung von der kompensatorischen Be- //br deutung der Polyhydrurie ist auch der von uns mehrfach ver- V tretene Standpunkt, bei Nephritikern irgend welcher Form die -' • Flüssigkeitszufuhr nicht^hne zwingenden Grund zu kürzen,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2151981x_0060.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)