Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1888
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Credit: Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![scheinen nicht alle diese Abflusswege zu bestehen; namentlich konnte die directe Verbindung mit den Lymphbahnen des Halses nicht nach- gewiesen werden. Eine Communication zwischen Subdural- und Sub- arachnoidalräumen ist nicht vorhanden (Merkel). Der Subarachnoidalraum besteht in Folge der Configuration des G-ehirns aus einer beträchtlichen Anzahl kleinerer und grösserer Bäume, die alle untereinander und andererseits durch das Foramen Magendi und die Aperturae laterales ventriculi quarti mit den Ven- trikeln des Gehirns communiciren. Merkel sowie Mierzejewsky halten daran fest, dass auch im Be- reiche des Unterhorns ein Communicationsspalt zwischen Ventrikel und Subarachnoidalraum besteht (vgl. pag. 55). In den Subarachnoidalräumen und in den Ventrikeln circulirt die Cerebrospinalflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis); sie findet ihren wei- teren Abfluss zunächst in den Lymphbahnen der peripheren Nerven (vorzüglich Nervus opticus und Nervus acusticus) und der Nasen- schleimhaut (A. Key und Retzius, Fischer)] ausserdem aber stehen die Subarachnoidalräume durch die Arachnoidalzotten (pag. 384) auch mit den venösen Sinus der Dura mater in Zusammenhang. A. Die Dura mater (derbe, harte Hirn- und Rückenmarkshaut, Meninx fibrosa, Faserhaut des Gehirns und Rückenmarks, inqvvv'i, 7ia%siu). Wir unterscheiden eine Dura mater cerebralis und eine Dura mater spinalis. — Erstere liegt im Bereiche der Schädelkapsel mit Aus- nahme von später zu besprechenden Fortsetzungen, der Innenfläche der Schädelknochen überall enge an, letztere besteht aber aus zwei Blättern, von denen das äussere dünne als Beriost des Wirbelcanals, das innere als Dura mater spinalis im engeren Sinne aufzufassen ist. Zwischen diesen beiden Blättern, die sich in der Gegend des Foramen occipitale zur Dura cerebralis vereinigen, sind hauptsächlich Venen- plexus und lockeres Fettgewebe (epidurales Gewebe) eingelagert. Die Dura mater cerebri stellt eine derbe, fibröse, weissliche Membran dar, welche ins Innere des Schädelraumes mehrere Fort- setzungen hineinsendet: Die Falx cerebri (grosse Hirnsichel, Bro- cessus falciformis major), das Tentorium cerebelli (Kleinhirnzelt) und die unbedeutende Falx cerebelli (Kleinhirnsichel, Brocessus falciformis minor). Zur Bildung der in der Dura verlaufenden venösen Sinus, sowie der später zu besprechenden venösen Lacunen spaltet sich die Dura in zwei Blätter, in ein parietales und in ein viscerales; dasselbe gilt an den Stellen, wo nervöse Gebilde, wie der Stamm des dritten,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211693_0390.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


