Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner.
- Heinrich Obersteiner
- Date:
- 1888
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Credit: Anleitung beim Studium des Baues der Nervösen Centralorgane : im gesunden und kranken Zustande / von Heinrich Obersteiner. Source: Wellcome Collection.
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![kurz vor ihrer Mitte durch ein nur ausnahmsweise fehlendes Ge- bilde, die mittlere Commissur, Com (Commissura mollis, Trabecula cinerea). Dieselbe stellt ein sehr leicht zerreissliches, meist flaches, ganz kurzes Band dar. Die centrale Höhle des Zwischenhirns bezeichnen wir als dritten | mittleren) Ventrikel, V:i. An seiner schief nach vorne abfallenden Hinterwand findet sich die vordere Oeffhung des Aquaeductus Sylvii, Aditus ad Aquaeductum Sylvii, AAS (Fig. 10). Von hier geht in der Mittellinie nach abwärts und vorne in der hinteren Wand und am Boden des dritten Ventrikels eine Furche ab, welche zu einer trichterförmigen Ausbuchtung, Ee- cessus infundibuli, ßif, hinleitet; diesem entspricht auch von aussen an der Gehirnbasis hinter dem Chiasma nervorum opticorum, Ch, ein kegelförmiger, grauer Zapfen, Tuber cinerum (Fig. 5), Tbc, dessen Spitze, If (Infandibulum, Trichter), mit einem bohnengrossen, ellipsoiden Körper, der Hypophysis, Hy (Hirnanhang), zusammenhängt. Die obere weisse Fläche des Thalamus, Thos, findet ihre seitliche Be- grenzung durch eine Furche, in welcher ausser einer grösseren Vene auch eine Verdickung des Ependyms, sowie in der Tiefe ein der Furche entsprechend verlaufender Markstreifen, bemerkbar sind: Stria cornea (Fig. 10 und Fig. 12), Stc (Stria terminalis, Taenia cornea, Grenz- oder Hornstreif). Diese Furche beginnt ganz vorne am Thalamus, nahe der Mittellinie, hält eine nach hinten laterale Richtung ein und kann bis weit in das Unterhorn des Seitenventrikels verfolgt werden. Abgesehen von einer allgemeinen Wölbung der oberen Thalamus- fläche, lassen sich an ihr noch weitere Eeliefs erkennen (Fig. 12). Immer findet man am vordersten, schmäleren Theile des Thalamus einen bohnengrossen, rundlichen Höcker deutlich ausgesprochen (Tuberculum anterius) Tba\ von ihm geht nach hinten und seitlich eine ganz seichte Furche, Sulcus choroideus, Sich, welche die obere Fläche des Thalamus in einen medialen und einen lateralen Abschnitt trennt. Nach rückwärts zu wölbt sich endlich der Thalamus zu dem berejts wiederholt erwähnten massigen Höcker, dem Pulvinar (Polster), l'n, hervor. Verfolgt man die eben beschriebene Thalamusoberfiäche weiter, so sieht man, wie der Sehhügel ventral- und lateralwärts umbiegt (Fig. 0), schmäler wird und, nachdem er nochmals zu einem nicht ganz bohnengrossen Wulste angeschwollen ist, Cgi (Corpus geniculatum laterale, externum, äusserer Kniehöcker), sich in den Lateralen Theil des Tractus nervi optici, 77/. fortsetzt. Dieser windet sich um den Grosshirnschenke] basalwärts herum (Fig. 5), um an der Grosshirnbasis mit dem der anderen Seite im Chiasma nerv, optic, ('//. zusammenzutreffen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21211693_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


