Volume 1
Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie : für praktische Ärzte und Studirende / von Hermann Eichhorst.
- Hermann Eichhorst
- Date:
- 1890-1891
Licence: Public Domain Mark
Credit: Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie : für praktische Ärzte und Studirende / von Hermann Eichhorst. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Zeichen von Endocarditis und einem Herzklappenfeliler zum A^orschein kommen. Man wird sich dies in der Weise zu erklären haben, dass die anfänglich acute und unbedeutende Endocarditis allmälig zu so erheblicher Schrumpfung der Klappen führte, dass sich daraus erst nacliträglich ein Herzklappenfeliler ergab. VI. Therapie. Propliy laktis che Maassregeln sind ohne Wirkung. Man hat hier und da geglaubt, dass Salicylsäure oder Natrium salicylicum einer complieirenden Endocarditis bei Grelenk- rheiimatismus vorbeuge, ja! selbst eine bereits aufgetretene zum Schwinden zu bringen vermöge, doch hat sich das nicht bestätigt. Hat man Grund, das Bestehen einer Endocarditis verrucosa an- zunehmen, so lege man andauernd eine Eisblase auf die Herz- gegend , welche neben antiphlogistischen Eigenscliaften zugleich be- ruhigende Wirkungen auf die Herzthätigkeit entfaltet. Man benutze dazu einen gut schliessenden Grummibeutel oder in der ärmeren Praxis eine Tliierblase, welche man mit nicht zu groben und spitzigen Eis- stückchen füllt und niemals unmittelbar auf die Haut legt, sondern durch eine Leinwandunterlage von ihr trennt. Auch darf die Eis- füllung nicht zu schwer sein. Besondere Aufmerksamkeit hat man darauf zu richten, dass die Eisblase genügend oft gefüllt wird, denn ist das Eis zerschmolzen und das gebildete Wasser durch den Körper erwärmt. so hat man unbewusst statt Kälte Wärme an- gewandt, und Wärme pflegt das Herz schleclit zu vertragen. Ist kein Eis zur Hand, so mache man Uebersehläge mit kaltem Wasser, doch muss man dieselben genügend oft wechseln. Bei holiem Fieber verordne man An ti f e b rilia , wobei wir aixch hier dem Antipyrin. Phenacetin oder Antifebrin den Vorzug geben (vergl Bd. I, pag. IT). Nur bei bestehendem Gelenkrheumatismus würde Salicylsäure mehr am Platze sein (TO, einstündlich bis zum Ijeginnenden Ohrensausen). Ist die Herzaction sehr beschleunigt, so hat man sie durch vorsich- tigen Gebrauch von Digitalis zu verlangsamen t^vergl. Bd. I, pag. 17). Sind die Zeichen eines Herzklappenfelilers permanent ge- worden , so hat man versucht, durch J o d k a 1 i u m ( 5 : 200, 3 Male täglich 1 Esslöffel nach dem Essen) oder Jod eisen (Rp. Syi'up. ferri jodati. Syprup simpl. aa. 20-0 MDS. 3 Male täglich 1 Tlieelöffel oder Rp. Ferri jodati sacch. Sacch. aa. 0'5 d. t. d. Nr. X. S. 3 Male täglich 1 Pulverj eine Resorption der Vegetationen lierbeizuführen. doch hat man sich davon nur wenig Ei-folg zu vers]irechen. Es tritt alsdann die Therapie der Herzklappenfehler in ilir Recht, worüljer der zweit- folgende Al)schnitt zu vergleichen ist. Ai;cli sind dort die Heilmethoden nachzusehen, welche Ijei der Behandlung von Complicationen in Anwendung kommen. Sehr überraschende Besultate hat Gerhaid/ durch Inhalationen von Natrium carb onieum erzielt. Durch 2—4nialiges Einathmen einer 1—TS/,, Lösung will er mehr- mals i>rhebliche Besserung und in drei Fällen sogar vollstündige Heilung erreicht haben. Englische Autoren berichten, dass das Ammonium chloratum endocarditisehe Vege- tationen lose.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20416015_001_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)