Volume 1
Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen.
- Date:
- 1885-1887
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Credit: Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![lieh eiiieu koiistaiitoii Strom hiiului'clileitet. Bei der Einwirkung der Spanniuigs- und Induktionselektrizitiit worden die roten I31utze)len zunächst zackig- (Stecliaijfelforra) und fleckig, später wieder glatt, kugelig und gleicli- mäfsig gefärbt, allmählich blässer und blässer, endlich unsichtbar. Häufig sieht man die blassen Kugeln (entfärbte Stromata) zusammenfliefsen und ver- schnielzen, ein Beweis für ihre Membranlosigkeit, Bei Durclileitung konstanter Ströme (Neuji.vnn) treten die anfänglichen, zackigen Formen nur am negativen Pole auf, während am positiven die Blutzellen sogleich kugelig und entfärbt werden. Dafs die beschriebenen Veränderungen nicht Folge elektrolytische]- Zersetzung sein können, geht aus . dem Umstände hervor, dafs ihr Hervortreten in keinem Verhältnisse zur Intensität des elektrolytischen Prozesses steht; denn sie finden sich ebensowohl bei Anwendung eines konstanten Stromes von hoher elektrolytischer Kraft, als auch bei abwechselnd gerichteten Induktions- ■ schlagen mit wie bekannt geringem elektrolytischen Vermögen. Da Blut- proben, welche schon vor längerer Zeit dem lebenden Körper entnommen, nach EoLLETT selbst Monate lang aufserhalb des Organismus aufbewahrt worden waren, dieselben Veränderungen, wenn auch in langsamerer Entwicke- luug (NKr.MANN), durch die Elektrizität erleiden, wie frisches Blut, so kann auch nicht daran gedacht werden, das Zackigwerden und Schrumpfen der Blutzellen für den Ausdruck einer vitalen Kontraktion anzusehen. Ebenso- wenig können die thermischen Wirkungen der Elektrizität zur Erklärung der fraglichen Erscheinung herangezogen werden, da die Erwärmung des Blutes nach den oben mitgeteilten Erfahrungen M. Schultzes ganz anders verlaufende Zustände hervorruft. Inwiefern der ozonisierte Blutsauerstoff (A. ScHMinT) zur Deutung der elektrischen Wirkungen heranzuziehen wäre, läfst sich jetzt nicht bestinimen und mufs, wie überhaupt die Erklärung der ganzen Erscheinungs- reihe, weiteren Untersuchungen anheimgestellt bleiben. Ahnlich wie Wasser wirken Glycerin\ verdünnte Essigsäure, Chloroform, Äther, Alkohol und die neutralen Alkalisalze der Gallensäuren (Kühne^). Sic entfärben die Stromata und machen sie mitunter so aufquellen, dafs viel- fach irrtümlicherweise eine Auflösung derselben behauptet worden ist, was WouLDEiDßE-' mit Recht verneint. Merkwürdigerweise gilt dasselbe auch von der Blutflüssigkeit einiger Tierarten, wenn Blutzellen andrer Tierspezies mit derselben in Berührung gebracht werdenalles Erfahrungen, welche zum Teil eine hohe praktische Bedeutung besitzen, da Chloroformdämpfe von den Chirurgen häufig verwandt werden, da Gallensäuren als Produkt des Stoft- wechsels fortwährend in unserm eignen Körper anzutreffen sind und in ■pathologischen Fällen in den Blutstrom selbst gelangen, da endlich die Über- führung tierischen Blutes in das menschliche Adersystem für gewisse Krank- heitsfälle vielfach in Vorschlag gebracht worden ist. \ersetzt man menschliches oder Säugetier-Blut mit konzentrierten Lösungen neutraler Alkalisalze (schwefelsaurem, salpetersaurem, phosphor- saurem, kohlensaurem Kali oder Natron) oder gewisser indifferenter organischer Stoffe, z. B. Zucker, so verändern die farbigen Blutzellen ihre Gestalt in der Art, dafs sie sich beträchtlich abflachen, ihr Breitendurchmesser zu-, ihr Dickendurchmesser abnimmt, die zentrale Depression sich vertieft und -weiter gegen den Rand hin ausbreitet. Sie verlieren dabei meist ihre kreisförmigen Konturen, werden länglich, eckig und biegen sich häufig an den Rändern um. Auf der Kante liegend erscheinen sie als aufserordentlich dünne, meist gebogene oder geknickte Stäbchen. Diese eigentümlichen Kontraktionser- schoniungen zeigen sich auch an solchen Blutzellen, welche vorher durch Zusatz von Wasser kugelig aufgequollen waren, vorausgesetzt, dafs die Ein- ' ORUENHAiiKN, Xlnrh: f. ml. Med. III. lt. 1869. nd. XXXVI n ''S') KIIIINK, Arrhirf f. pulh. Anal. ]8,.8. Ilil. XIV. p. 332. ■' WOOI.DIUIXIB, Archin f. Phi/siol. 1881. p. 387. ' A. Crkitk, ZI.Khr. f. rat. iM. I8fi9. III. K. Hd. XXXVI. p. 90. - I'LüSZ u. A. ßYt>imYAl, Arch. f. nptr. Vuth,l. ,i. Pharmiikot. 1871. Hd. II. p. 'JU. OritbnkAGEN, I'hysloloKio. 7. Aufl. 9](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925744_0001_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)