Volume 1
Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen.
- Date:
- 1885-1887
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Credit: Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![pathologischen Verhältnissen (bei Säufern) jedoch zuweilen in so grofser Quantität, dals sie dem Serum ein milchiges, opaleszierendes Ansehen gehen. Neben freien Fetten finden sich auch konstant geringe Mengen von Seifen, an Alkali gebundene Stearin-, Palrai- tin- und Oleinsäure. ' Das Serum enthält, wie die Blutzellen, Lecithin und Cho- lesterin, beide in sehr geringen, jedoch beti-ächtlich schwankenden Mengen. Ein konstanter Bestandteil desselben ist auch der Zucker. Das Serum führt ferner eine Reihe von stickstoffhaltigen Substanzen, Eückbildungsprodukte der verschiedenen Gewebe, welche es von ihren Bildungsherden zu den Ausscheidungsstätten, insbesondere den Nieren, trägt. Die Menge derselben ist so gering, dafs genaue quan- titative Bestimmungen meist unmöglich sind, und daher auch noch unentschieden ist, wie weit dieselben vielleicht auch den Blutzellen angehören. Vor allem mufs hier des Harnstoffs gedacht werden, das Hauptprodukt eines ümsatzes der stickstoffhaltigen Substanzen, ferner des Kreatins (Kreatinin?) und Sarkins, Avelche unzwei- felhaft dem Muskel- und Nervengewebe entstammen, endlich der Harn- und Hippursäure, .alles Körper, über deren Genese wir auf spätere Kapitel verweisen. Von organischen Säuren ist im Serum noch die Milchsäure nachgewiesen; wahrscheinlich enthält dasselbe aber auch (an Alkali gebunden) flüchtige Fettsäm-en (s. o. bei Geruch des Blutes). Nach C.iRTER soll s^ch auch Indikan vorfinden, ein Stoff, welcher im Harne als Muttersubstanz eines mit Indigo identischen Farbstoffs vorkommt. Der eigentümliche Gegensatz, in welchem die Salze des Plasmas] zu denen der Blutzellen stehen, ist bereits bei letzteren hervorgehoben worden. Die Salze des Serums sind nicht vollständig identisch mit denen des Plasmas, da sich bei der Gerinnung stets anorganische Bestandteile, insbesondere schwerlösliche Erdsalze, mit dem Fibrin ausscheiden. Das Serum enthält in überwiegender Menge Chlorverbindungen und Natronsalze. Den Hauptan- teil der letzteren bildet das Kochsalz; daneben findet sich in ge- ringen Mengen phosphorsaures Natron, phosphorsaure Erden (Kalk und Magnesia) und kohlensaures Natron (s. Blutgase). Die Zusammensetzung der Serumasche gestattet keine sicheren Schlüsse über die Natur der im Serum präformierten Salze, über die ursprüngliche Verteilung der gefundenen Basen auf die verschiedenen Säuren. Durch die Verbrennung selbst entstehen neue Säuren, so Schwefelsäure aus der Verbrennung der Eiweifskörper, Phosphorsäure aus der des Lecithins; die r.eugebildete Schwefel- und Phosphorsäure kann präformierte Kohlensäure, erstere auch Chlor aus ihren Verbindungen treiben; ein kleiner Teil der Basen, welche in der Asche an die genannten Säuren gebunden sich vorfinden, ist im Plasma an Ei- weifskörper und an verbrennliche, organische Säuren gebunden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925744_0001_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)