Volume 1
Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen.
- Date:
- 1885-1887
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
627/704 page 613
![§ ()8. BREEGEAEKEIT DES NERVEN. 61 o eiues motorischen Nerveu. Ganz andre Reizungsverhältuisse werden wir unten für gewisse mechanische Einwirkungen auf die peripheri- schen , mit eigentümlichen Einrichtungen versehenen Enden der Sinnesnerven kennen lernen. Die leise Erschütterung des Lahyrinth- wassers durch eine Schallwelle bringt in den Enden des Aküstikus die En-egung, Avelche zur Tonempfiudung führt, hervor; die leiseste Berührung der Enden der Hautnerven erregt Berührungsgefühl, Kitzel, Wollustgefühl u. s. av., während die stärkste Schallwelle nicht imstande ist, auf den Stamm eines ausgeschnittenen Muskel- nerveu treffend, die leiseste Zuckung hervorzubringen, oder auf den Stamm eines Gefühlsnerven wirkend, irgend eine Empfindung zu erzeugen. VON DER ERREGBARKEIT DES NERVEN. §68. Wenn wir nach den ]\Iitteilungen der letzten Paragraphen nunmehr auch darüber unterrichtet sind, in welcher Weise sich das physiologische Vermögen der Nerven, die Erregbarkeit, äufsert, und durch welche Mittel es wachgerufen werden kann, so haben wir damit doch immer nur eine Seite der fraglichen Fähigkeit kennen gelernt. Um ein möglichst vollständiges Gesamtbild derselben zu erhalten, ist aber weiter erforderlich, dafs wir uns auch mit den inneren und äufseren Bedingungen beschäftigen, Avelche von Einfluls auf jenes Vermögen sind und, sei es steigernd, sei es herabsetzend, sei es endlich vernichtend, darauf einwirken können. Vor allem werden wir uns daher nach Mitteln und Methoden umzusehen haben, welche eine Messung und Vergleichung verschiedener Erregbarkeits- grade ermöglichen. Da nun der physiologische Vorgang, dessen (.Tröfse bestimmt werden soll, wie alle andern Vorgänge der Natur, em Bewegungsvorgang ist, so kann ein Mals desselben auch nur durch Vergleich mit einem zweiten Bewegungsvorgange von bekannter Gröfse gewonnen werden, und zwar entweder desjenigen, welcher ihn hervorgerufen hat, also hier des ßeizimpulses, oder desjenigen, welcher als unmittelbare Folge aus ihm resultiert, möge er* nun in FoiTO einer Muskelzuckung oder als Drüsenabsouderung oder als Empfindung objektiv oder subjektiv zur Wahrnehmung gelangen. Man hat demnach die Wahl zwischen zwei Untersuchungsmethodeuj deren eine die Ursache, deren andre den Endeffekt der Erreguno^ zum Merkzeichen nimmt, und kann demnach die Schwankungen der Erregbaj'keit entweder bei gleichbleibender Stärke des Reizmittels an der Gröfse des Reizerfolges, also an der Verkürzungsgröfse des i^IuskeIs, der Menge des Drüsensekrets u. s. w., oder auch an der-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925744_0001_0629.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image