Volume 1
Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen.
- Date:
- 1885-1887
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Credit: Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen. Source: Wellcome Collection.
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![Das ullgemeiue Gresetz lautet uacli Pfluegek folgender- mal'sen: Wird durch ein Läugenstück eines ■ Nerven ein auf- oder absteigender konstanter Strom geschickt, so zeigt sich während der Dauer des Stromes eine Veränderung der Erregbarkeit sowohl in der vom Strom selbst durchflossenen, als in den unmittelbar vor imd hinter derselben gelegenen Nervensti-ecken in der Weise, dai's im Bereich der negativen Elektrode (Kathode) des konstanten Stromes eine Erhöhung, im Bereich der positiven Elek- trode (Anode) eine Herabsetzung der Erregbarkeit nach- weisbar ist. Der Zustand erhöhter Erregbarkeit an der Kathode, welchem Pflueger den Namen Katelektrotonus gegeben hat, greift Platz in der unmittelbar vor dem Strom liegenden an die Kathode grenzenden extrapolaren Strecke und in demjenigen Teil der vom Sti'om durchflossenen intrapolaren Strecke, welcher der Kathode zunächst liegt; der Zustand herabgesetzter Erreg- barkeit im Bereich der Anode, der Anelektrotonus, ergreift die unmittelbar hinter dem Strom befindliche extrapolare und den an die Anode grenzenden Teil der intrapolaren Strecke. Man be- zeichnet den extrapolaren An- und Katelektrotonus als aufsteigend, wenn er sich von der Anode, beziehentlich der Kathode gegen das zenti'ale Nervenende hinerstreckt, umgekehrt als absteigend, wenn er sich von der beti'effenden Elektrode nach dem Muskel zu verbreitet. Aus diesen Grundthatsachen geht hervor, dafs die Zone der erhöhten und die Zone der herabgesetzten Erregbarkeit an irgend einem zwischen den beiden Elektroden gelegenen Punkt des Nerven anein- ander grenzen, ineinander übergehen. Der Grad der Erhöhung einer- seits und der Herabsetzung anderseits ist an verschiedenen Stellen des Nerven unter verschiedenen Bedingungen sehr verschieden, mit andern Worten: die Stärke des Katelektrotonus wie diejenige des An- elektrotonus ist von verschiedenen Variablen abhängig; diese Variablen sind: 1. die Stärke des konstanten Stromes, 2. die Länge der von ihm durchflossenen Nervenstrecke, o. die Entfernung eines auf seine Erregbarkeit geprüften Nervenpunktes von den Elektroden des konstanten Stromes, 4. die Zeit. Den Einflufs der unter 2 und 4 genannten Variablen werden wir unten spezieller erörtern; den Einflufs der Stromstärke und des Abstandes von den Elektroden nehmen wir mit in die folgende graphische Darstellung des Gesetzes auf. Wir konstruieren die Kurven der Erregbarkeit eines Nerven im Elektrotonus für verschiedene Stromstärken, indem wir auf jeden einzelnen Punkt des Nerven, welcher die Ab- scisse darstellt, den Zuwachs als Ordinate auftragen, und zwar den ])Ositiven Zuwachs, d. h. die Erhöhung der Erregbarkeit als positive, den negativen Zuwachs, d. i. die Verminderung der Erregbarkeit als negative Ordinate. An den durch die Abscisse in Fig. 67 vor- gestellten Nerven seien die Elektroden des konstanten Stromes, die positive A, die negative /i angelegt, so dafs die Sti'ecke AB von](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925744_0001_0645.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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