Volume 1
Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen.
- Date:
- 1885-1887
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Credit: Lehrbuch der Physiologie : für akademische Vorlesungen und zum Selbstudium / begründet von Rud. Wagner ; fortgeführt von Otto Funke ; neu herausgegben von A. Gruenhagen. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![von Schwefel und Wasserbildung zerlegt wird (Lewisson '), läfst Fklueger nicht als Beweis für die Anwesenheit erregten Sauerstoffs im Blute gelten, da jenes Gas sehr schnell auch in destilliertem Wasser, welches nur äufserst wenig Sauerstoff enthält, oxydiert wird. Thatsachen also, welche mit zwingen- der Notwendigkeit auf eine selbst nur spurweise Anwesenheit des erregten Sauerstoffs im kreisenden Blute hinweisen, fehlen durchaus. Die roten Blutzellen besitzen freilich auch nur aufserhalb des lebenden Körpers, wahrscheinlich also infolge von Zersetzungsvorgängen, welche in ihnen während des Absterbens ablaufen, die Fähigkeit, Wasserstoffsuperoxyd unter Entwickelung von Sauerstoff zu zerlegen, verlieren dieselbe aber nach Zu- satz selbst nur geringer Quantitäten von Blausäure. (Schoenbein).- 2. Die Kolilensäure des Blutes. Sämtliclie im Gesamt- blute enthaltene Kohlensäure läfst sich bei Anwendung der jetzigen Evakuatiousmethoden in das Vacuum ohne Säurezusatz überführen. Hieraus folgt jedoch nicht, dafs die ganze Menge derselben im Blute in gelöstem Zustande enthalten ist. Denn leicht zu bestäti- gende Versuche Pflubgers lehren, dafs die farbigen Blutzellen in der ToRRiCELLlschen Leere die Eigenschaften einer Säure erlangen und aus den Blutkarbonaten sowohl als auch aus reiner Sodalösung die COg vollständig auszutreiben vermögen. Wir sind daher ge- nötigt, einen gebundenen Zustand der COg im Blute mindestens für einen grofsen Teil, vielleicht sogar für die Gresamtmenge desselben vorauszusetzen. Während L. Meyer nur einen kleinen Teil der Gesamtkohlensäure un- mittelbar, den bei weitem gröfsten Teil erst nach Zusatz von Weinsäure aus- pumpen konnte, ei-hielt schon Setschenow bei Anwendung der Quecksilber- pumpe umgekehrt den bei weitem gröfsten Teil ohne Säurezusatz. Später ist von Pbeyek, Schoeffer und Pflueger die Möglichkeit der vollständigen Aus- treibung der CO2 ohne Säurezusatz, und als Bedingung derselben die Gegenwart der farbigen Blutzellen während des Evakuierens erwiesen worden. Die Not- wendigkeit der letzteren für das Gelingen einer gänzlichen Entleerung geht aus der Thatsache hervor, dafs aus dem Serum nie alle COj ohne Säurezusatz zu evakuieren ist, dafs aber entgastes Serum, mit entgastem Cruor gemischt, neue COä-Mengen an das Vacuum abgibt. Dafs die säureähnliche Wirkung der farbigen Blutzellen erst während des Auspumpens entsteht, ist durch Schoeffer festgestellt worden, dafs dieselbe durch Erwärmung in ihrer Ent- wickelung begünstigt wird, hat Pflueger gezeigt. Aus dem Umstände, dafs arterielles Blut leichter als venöses seine COj vollständig abgibt, letzteres aber ebenso leicht, wenn es vorher mit Luft geschüttelt wurde, geht hervor, dafs dem Sauerstoff ein ähnliches Vermögen wie der Wärme zukommt; dieser föi'- derliche Einflufs des letzteren kann jedoch höchstens ein indirekter sein, da die Zerlegung der kohlensauren Alkalien während des Entgasens erst eintritt, nach- dem längst aller 0 aus den Blutzellen entfernt ist. Worauf die CGj-austrei- bende Eigenschaft der farbigen Blutkörperchen beruht, ob auf der Bildung einer Säure oder auf einem andren chemischen Vorgange, welcher Bestandteil der Blutzellen dabei vorzugsweise oder ausschliefslich beteiligt ist, ist noch keineswegs zweifellos eruiert. Nach Pbeyer spielt das Hämoglobin selbst die Kolle der Säure, und zwar vermag es, wie er durch Versuche mit reinen Blut- kristallen nachwies, sowohl als Oxyhämoglobin als auch im reduzierten Zustand 1 il™ ^^cuim zu zerlegen, indem es wahrscheinlich selbst mit dem Natron derselben eine Verbindung eingeht. Bei höherer Temperatur können sich auch ' LewiSSON, Arc?i. f. palhol. Anut. ]866. Bd. XXXVI. p. 15. SCHONBEIN, Zeitschr. f. Biologie. 1867. Bd. UI. p. 140 u. 32,5.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925744_0001_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)