Zur analyse der Unterschiedsempfindlichkeit : experimentelle Beiträge / von Lillie J. Martin und G.E. Müller.
- Date:
- 1899
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![und in Folge des Einflusses des Typus ist die bei der ersten Zeit- lage erhaltene Zahl für g viel gröfser ausgefallen als die bei der zweiten Zeitlage für k erhaltene Zahl. Die bei der ersten Zeit- lage für k erhaltene Zahl ist trotz der generellen Urtheils- tendenz wegen des Einflusses des Typus etwas kleiner ausge- fallen als die bei der zweiten Zeitlage für g erzielte Zahl. Was endhch den Umstand anbelangt, dafs die Zahl für k bei der ersten Zeitlage bedeutend gröfser ausgefallen ist als bei der zweiten Zeitlage, so erklärt sich derselbe selbstverständlich aus der generellen Urtheilstendenz sowie aus der Richtung des FECHNEß'schen Zeitfehlers. Das Walten der generellen Urtheils- tendenz erkennt man übrigens auch schon daran, dafs die Zahl für [gl] bei der ersten Zeitlage beträchtlich kleiner ist als bei der zweiten. Nach den bisher herrschenden Anschauungen müssen im Grunde auch schon die auf S. 98 mitgetheilten Resultate der Versuchsreihe D von Müller und Schumann sehr verw'underlich erscheinen. Die für k und g erhaltenen Zahlen sind bei der ersten Zeitlage ungeheuer verschieden (87 und 247), bei der zweiten Zeitlage dagegen beinahe gleich (154 und 149). Wes- halb correspondirt hier dem grofsen Unterschiede, den die beiden Zahlen bei der ersten Zeitlage darbieten, bei der zweiten Zeitlage nicht ein entsprechend gröfser Unterschied von ent- gegengesetzter Richtung, wie wir eine solche Correspondenz doch z. B. an den auf S. 100 mitgetheilten Resultaten von Versuchs- reihe 8 sehr wohl beobachten ? Nach unserer Auffassung lassen sich auch diese Resultate von Versuchsreihe D sehr wohl er- klären. Tabelle 4 (S. 34) zeigt uns, dafs in letzterer Versuchs- reihe ebenso wie in Versuchsreihe 10 ein sehr ausgeprägter positiver Typus besteht. Andererseits aber belehrt uns Tabelle 20 auf S. 93, dafs in Versuchsreihe D der FECH^•ER'sche Zeit- fehler die entgegengesetzte Richtung besitzt wie in Versuchs- reihe 10, nämlich positiver Art ist. Die Sache steht also einfach so, dafs in Versuchsreihe D bei der zweiten Zeitlage FECHNER'scher Zeitfehler und Typus sich gegenseitig entgegenwirken und an- nähernd compensiren. Bei der ersten Zeitlage hingegen ^vi^kt der FECHNBR'sche Zeitfehler in der gleichen Richtung Avie der bei dieser Zeitlage noch einflufsreichere Typus, und so ist selbst- verständlich bei dieser Zeitlage die Zahl für g weit gröfser aus- gefallen als die Zahl für k und auch noch bedeutend gröfser](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21997044_0114.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)