Zur analyse der Unterschiedsempfindlichkeit : experimentelle Beiträge / von Lillie J. Martin und G.E. Müller.
- Date:
- 1899
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![gruppen vorgeschriebenen Verhaltungsweisen noch nicht mit der- jenigen Sicherheit und Unbefangenheit durchgeführt habe, welche sie nach längerer Einübung besessen haben würde und für das Müller-ScHUMANN'sche Verfahren thatsächhch besessen habe. Aber auch hinsichtlich der 3. Versuchsgruppe bleibt das ent- sprechende Bedenken bestehen; man kann fi-agen, ob die That- sache, dafs diese Versuchsgruppe bedeutend mehr Fälle [gl] er- geben hat als die 4. Versuchsgruppe, nicht damit in Zusammen- hange stehe, dafs der Versuchsperson das in der 3. Versuchs- gruppe vorgeschriebene Verhalten noch nicht geläufig genug war. Es lassen sich also die vier in Eede stehenden Verfahrungs- weisen nur auf Grund der Betrachtungen vergleichen, welche die Ausführung der Versuche der Versuchsperson und dem Ver- suchsleiter an die Hand gab. Und da zeigt sich denn, dafs das MtiLLER-ScHUMANN'sche Verfahren den Vorzug vor den übrigen 3 Verfahrungsweisen verdient. Soll der Versuchsperson ilii-e Urtheilsausdrücke stets auf das Vergleichsgewicht oder das Grundgewicht beziehen, so mufs sie die Urtheilsausdrücke in den einen Versuchsabtheilungen auf das zuerst gehobene, in den anderen Versuchsabtheilungen auf das zuzweit gehobene Ge- wicht beziehen, sie ist daher fortwährend der Gefahr ausgesetzt, den Urtheilsausdruck versehentlich auf das falsche Gewicht zu beziehen. Auch der Versuchsleiter, welcher, wie erwähnt, bei den beiden hier in Rede stehenden Verfahrungsweisen vor jeder Versuchsabtheilung angeben mufs, auf welches Gewicht (ob auf das rechts oder Hnks stehende) die Urtheilsausdrücke zu beziehen sind, ist durch diese Verpflichtung unnöthig belastet und in un- nöthiger W eise der Gefahr von folgenschweren Verwechselungen ausgesetzt. Das FECHNER'sche Verfahren macht gleichfalls die Versuche in unnöthiger Weise complicirt. Ist der Unterschied zwischen den beiden Gewichten hinlänglich ausgeprägt, so hat die Versuchsperson nach Hebung des zweiten Gewichtes ohne Weiteres ihr Urtheil darüber, wie sich das zweite Gewicht zu dem ersten verhält. Diesem Urtheile giebt sie am einfachsten nach dem MtiLLER-ScHUMANN'schen Verfahi-en Ausdruck. Der psychologische Vorgang ist unzweifelhaft complicirter, wenn die Versuchsperson jedes Mal angeben soll, welche Stellung das schwerere der beiden Gewichte besafs. Unsere (psychologisch nicht unterrichtete) Versuchsperson äufserte sich in Beziehung ■auf das Fechner'sehe Verfahren folgendermaafsen: „Es ist nicht](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21997044_0200.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)