Zur analyse der Unterschiedsempfindlichkeit : experimentelle Beiträge / von Lillie J. Martin und G.E. Müller.
- Date:
- 1899
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![allen die Versuchsperson ganz dieselbe Instruction erhalten hatte wie in Versuchsreihe 12, läfst sich ein analoges Verhalten, wie wir soeben füi- letztere Versuchsreihe festgestellt und erklärt haben, nicht nachweisen. Merkwürdiger Weise aber tritt ein analoges Verhalten in Versuchsreihe 13 auf, in welcher der Ver- suchsperson Jewett die gewöhnliche Instruction im Sinne des MÜLLEK-ScHUMÄNN'sehen Verfahrens ertheilt war. Allerdings fand diese Versuchsreihe 13 kurze Zeit nach obiger Versuchsreihe 9 statt, welche vielleicht dazu gedient hatte, diese Versuchsperson aus ihrem gewohnten Geleise zu bringen, so dafs ihr psycho- logisches Verhalten bei den Versuchen leicht ein anderes werden konnte, als es früher bei derselben Instruction gewesen war. Die Resultate dieser Versuchsreihe, welche im Einzelnen schon in Tabelle 8 auf S. 85 mitgetheilt sind, ergeben für die 1. Zeitlage 298 k 79 [gl] 295 g „ „ 2. „ 285 „ 114 „ 273 „ Der FECHNEß'sche Zeitfehler ist hiernach nur von sehr ge- ringem Betrage, und auch der vorhandene negative Typus tritt hier kaum merkbar hervor. Gehen wir nun zu einer gesonderten Betrachtung der Deutlichkeitsfälle über, so erhalten wir für die 1. Zeitlage 159 kl 89 gr „ „ 2. „ 15 „ 49 „ Die Erklärung dieser auf den ersten Blick sehr befremden- den Resultate ist ganz entsprechend wie die Erklärung der obigen Resultate von Versuchsreihe 12. Nur besteht der Unterschied, dafs in letzterer Versuchsreihe der positive Typus bestand, während hier in Versuchsreihe 13 der negative Typus vorHegt. W^ie es kam, dafs die Versuchsperson in dieser Versuchsreihe- bei der zweiten Zeitlage ihre Aufmerksamkeit so stark avif das zuzweit gehobene Grundgewicht concentrirte, läfst sich gegen- wärtig nicht mehr feststellen. Vorstehendes zeigt in eclatanter Weise, wie veränderlich und complicirt die psychologischen Verhältnisse bei diesen an- scheinend so einfachen Gewichtsversuchen sind. Auf der anderen Seite kann man nicht umhin, eine gewisse Genugthuung darüber zu empfinden, dafs es uns gelingt, an der Hand der anscheinend so wenig besagenden numerischen Ergebnisse dieser Versuchs- reihen so weit in die psychologischen Eigenthümlichkeiten und Verschiedenheiten derselben einzudringen. —](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21997044_0204.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)