Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry.
- Adolf Mühry
- Date:
- 1860
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Credit: Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry. Source: Wellcome Collection.
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![digten und fand den Körper uuverwest; hier verläuft etwa die Isotherme von —2 E., selbst im Januar und Februar hebt sich die Temperatur kaum über 0», der Schnee ist permanent, Vegetation fehlt. Auch J. Weddell fand und bezeugt wirklich ewiges Eis im Boden schon auf der Insel Neu - Schottland (62 S.) im Januar (Voy. towards the South-Pole, 1825); nach seiner Meinung bildet sich überhaupt das Eis auf offe- nem Meere, nur an den Küsten, was freilich nicht wohl angenommen werden kann. N. 5. (S. 41.) Das räumliche Verhältniss des Festlandes zum Meere beträgt, genauer angegeben, 2,463,000 zu 6,798,000 Quadrat - Meilen, für die Erde im Ganzen gerechnet. Aber auf der nördlichen Halbkugel is der Umfang des Landes fast dreimal grösser, als auf der südlichen; das Verhältniss des Landes zum Ocean rechnet man auf der ersteren wie 100 zu 154, auf der anderen wie 100 zu 628 (nach Wappäus, in Stein's Handbuch der Geographie, 1854). Also das Verhält- niss des Landes zum Meer ist für die ganze Erde etwa wie 1 zu 3, aber auf der nördlichen Hemisphäre etwa wie 5: 7,7 (l zu 1,5), auf der südlichen wie 5:31,4 (l zu 6,2). Ferner ist noch zu unterscheiden, dass auf der Nord-Hälfte das Land überwiegend nach dem Pole hin liegt, auf der Süd-Hälfte aber überwiegend, ja fast allein nach der Aequator - Seite hin. N. 6, (S. 43.) Bei Beurtheilung der oceanischen T emp eratur-Verthei- lung auf der Oberfläche ist nicht zu übersehen das in H. Berghaus, Abriss der physikalischen Erdbeschreibung (I. Band der Allg. Länder- und Völkerkunde, 1837), aus Humboldt's Manuscripten darüber Mitgetheilte (S. 497). Nach diesen Angaben erfolgt im Atlantischen Ocean auf dem 45 N. die Erwärmung des Oceans so lang- sam , dass die Temperatur der Oberfläche noch im Anfang März sogar um 0^,i R. niedriger ist, als im Januar, wo sie 90,7 hier beträgt; im August dagegen ist sie hier (nach Eennell) 16ß. Auf dem 30 »N. ist sie im Januar 140,9, im August 20 K. — Wie sicher die angegebene Gesetzlichkeit der verschiedenen solarischen Erwär- mung von Meer und von Land sich in den einzelnen Fällen bewährt, davon giebt auch ein Beispiel das Rothe Meer, dieses schmale Becken, welches das wärmste Gebiet der Erd-Oberfläche, ihr eigentliches Wärme - Centrum, quer durchschneidet. Im April (1840) änderte sich die Temperatur des Meerwassers nach stündlichen Beobachtungen von 21,! bis 23,5 E., and zwar im Vergleich mit der Luft war das Meer wärmer um etwa 1 E., von Mitternacht bis Morgen, kälter um 1 von Mittag bis Abend. Hier erhält die Luft ihre Temperatur überwiegend vom Lande (Buist, im J. of geogr. Soc., Lond. 1853). — Die Evaporation ist hier sehr intensiv, sie beträgt, Beob- achtungen zufolge, in Aden 7', auf der Sinai-Halbinsel 8' im Jahre. Auch der starke, aber schmale einfliessende Meeres-Strom erklärt sich hierdurch, da keine bedeu- tende Flüsse einmünden. N. 7a. (S. 47.) Für die submarine Temperatur zumal des Nord- polar-Meeres mögen noch einige Zeugnisse angeführt werden. Das Ansteigen der sub- marinen Temperatur-Flächen vom Aequator nach den Polen hin beweist die in der Tiefe von 600' gefundene Abnahme der Temperatur längs der Breitekreise; nach Horner, in Krusenstern's Reise um die Welt, ergeben die meisten Messungen folgendes Schema: Breitekreise I PN. 1 9^ i 13 0N. 1 28 N. 1 36 N. Temperatur in 600' Tiefe I 90,0 E. ] 13 «,7 | 8ö,2 | ö«,! | G,! Was aber das Erscheinen der homothermischen Grundschicht auf der Oberfläche in der Nähe des Nordpolar-Beckens betrifft, da wo sie zugleich die Wende-Linie der verschiedenen Temperatur ^ Folgen, zwischen der allgemeinen Haupt-Masse des](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21068410_0200.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)