Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry.
- Adolf Mühry
- Date:
- 1860
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Credit: Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry. Source: Wellcome Collection.
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![stellenweise und ist Folge der unter der Einwirkung der Hitze, der ßegenlosigkeit und der intensiven Evaporations - Kraft hier versiegenden Quellen, deren Salztheile im Laufe von Jahrtausenden sich angehäuft haben, wie es in allen regenarmen Ländern, auch längs der ganzen subtropischen Zone, ein charakteristisches Vorkommen ist, und wie es auch überall in Binnen - Seen, die von Quellen gespeist werden, ohne einen Ausfluss zu haben, eine regelmässige Erscheinung ist; deshalb sind die Quellen selbst, dicht neben den Salzlagern, trinkbar. Hieran möge sich noch eine Erläuterung der Wind- und Eegen-Verhält- nisse im Eothen Meere anschliessen, welche so exceptionell anomal sind, dass ihre Erläuterung zugleich als Beispiel dienen kann, wie die Kenntniss des normalen geographischen Wind - Systems sogar die grössten topographischen Verwickelungen auf- klärt. — Dies schmale Meer-Becken hat seine Eichtung von Nordwest nach Südost, vom 30 N. bis 120]^., und ist längs beider Küsten von Gebirgszügen eingefasst (der westliche hat eine mittlere Höhe von 3000' bis 4000 ')• Demnach liegt es mit dem nördlichen Drittel noch im subtropischen Gürtel (30 '^ bis 25 •* N.), aber mit den süd- lichen zwei Dritteln in der Tropen-Zone, [d.i. im Passat - Gebiet. Dem allgemeinen Gesetze zufolge müsste jener nördliche Theil im Winter Eegen erfahren mit dem her- untersteigenden südwestlichen Anti-Passat, im Sommer aber den nordöstlichen Passat, der hier aber anomal regenlos auch im Sommer ist; so verhält es sich wirklich. Die südlichen Theile dagegen müssten, dem allgemeinen Gesetze nach, das ganze Jahr hin- durch den Passat erfahren, dabei die tropischen Eegen im Sommer; aber nicht nur fehlen hier diese, in Folge der continentalen Natur des Passats , sondern auch es ent- stehen, sonderbarer Weise, hier im Winter Eegen, in Folge davon, dass dann an den westlichen Gebirgen der oceanische Passat Ablenkung findet und, als Südost weiter nach Norden hin wehend, Niederschläge bewirkt. — Nach den Angaben der Eeisen- den (s. Eussegger, Eeisen u. s.w., 1840, Aubert - Eoche, Annales d'hyg. publ., 1844, Buist, J. of geogr. Soc. Lond., 1854) folgen die Winde längs des ganzen Eothen Meeres der Eichtung dieses von Gebirgen eingefassten schmalen Beckens. „Die Winde, heisst es, sind acht Monate hindurch Nordwest und die anderen Monate (die winterlichen) Südost. Dabei unterscheiden sich aber sehr der nördliche und der süd- liche Theil, während der mittlere bald jenem bald diesem sich anschliesst. Genauer angegeben, findet sich Folgendes: Oertliche Ablenkungen bringen hier Aenderungen. Im nördlichen Theile wehen im Winter südliche Winde, wenigstens im Golf von Suez (30 N.), von December bis April; da hier dann der subtropische Gürtel so weit herunter getreten ist oder vielmehr nur der Anti-Passat, so ist dies ganz in der Ordnung. Im Sommer aber sind vorherrschend die nördlichen Winde und zwar als nordwestliche, weil der Passat eine solche Ablenkung längs den Gebirgen erfährt, am entschiedensten im Juni und Juli; Eegen kommen vornehmlich von November-bis März. Auch dies gehört zu den Charakteren des subtropischen Gürtels, dessen Grenze man etwa bei 25 N. ansetzen kann. Im südlichen Theile weht im Winter der Nordost - Passat von October bis Mai, aber beim Eingange in das Eothe Meer (12 N.) wird er vom Gebirge umgelenkt, zum Südost und so weiter die Westküste hinaufstreichend. Er ist ziemlich heftig, besonders von Ende October bis Anfang Februar; er erstreckt sich noch über Dschedda hinaus (21 N.), jedoch allmählich nachlassend. Im October und Jamiar bringt dieser Wind, wie schon gesagt, dichte Nebel, Windstösse, Eegen und Gewitter, selbst noch im Februar. Im Sommer da- gegen sind hier besonders nur die täglichen Küstenwinde bemerklich, während weiter](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21068410_0217.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)