Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry.
- Adolf Mühry
- Date:
- 1860
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Credit: Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry. Source: Wellcome Collection.
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![südlicL. der Südost-Passat herrscht (der bei Aden [12 N.] ein Süd-vvest-Monsun wird), und es fehlt dann der Regen hier, im Eothen Meere (obgleich er doch im Inneren von Afrika bis 16 N. hinaufreicht, wo die Grenze des Sudan und der Sahara dadurch bestimmt wird); er fehlt hier wahrscheinlich, weil der Südost-Passat abgehalten wird durch die Gebirge bei Aden, auf der Südwest-Küste von Arabien, und in Abessinien. — So erklären sich die so abnorm erscheinenden meteorischen Verhältnisse dieses Ge- biets (was zugleich dem heissesten Gebiete der Erde angehört) dennoch nur als Ab- änderungen des allgemeinen Systems. N. 25. (S. 162 und 165.) Die Schnee-Menge als Regen-Menge ab- zuschätzen, ohne den Schnee immer zu schmelzen, aus Bestimmung der Höhe, ist von klimatologischem Werthe, und man kann dafür, trotz der Schwierig- keiten , einige allgemeine Regeln angeben. Dabei müssen die verschiedenen Zustände der Dichtigkeit des Schneelagers unterschieden werden. Im Allgemeinen geben 5 Cu- bikzoU Schnee 1 CubikzoU Regen; aber bei lockerem feinsten Schnee, wie er bei strengster Kälte fällt, geben zuweilen erst 24 Cubikzoll 1 CubikzoU Regen. In Eu- ropa bildet der mit dem südwestlichen Winde fallende Schnee gewöhnlich grössere und dichter sich anlegende Flocken, als der mit dem nördlichen Winde fallende. Im Mittel kann man annehmen, ist eine 24 Zoll hohe Schneedecke entsprechend einer 1 bis 5 Zoll hohen Regen-Menge. Dies sind Erfahrungen nach den zuverlässigen ,, Grundsätze der Meteorologie, von Schübler in Tübingen, 1849. — A. Quetelet nimmt an, das Verhältniss der Höhe einer Schneemasse zur Höhe ihres Wassergehaltes sei im Mittel wie 9 zu l (im maximum wie 18 zu 1, im minimum wie 2,8 zu 1). Diese Annahme kann als Norm gelten; aber zur genaueren Bestimmung, ergiebt sich, kann man des Schmelzens und Abmessens der geschmolzenen Schnee-Menge im Regenmesser doch nicht entbehren. Zu Cap. IV. (Luftdruck). N. 26. (S. 174.) Die Abnahme der Amplitude der täglichen Baro- meter-Fluctuation in senkrechter Erhebung kann auf der heissen Zone zweifelhaft erscheinen, wenn man sie nur bis zur Höhe von 8000 Puss verfolgt. Sie ergiebt sich aber deutlicher in noch höherer Erhebung, wie neuere Beobachtungen auf den Anden, nahe dem Aequator erweisen (s. Comptes rendus de l'academie des sc. fr., 1851, Mai). 0. Aguirre hat auf dem Antisana, in 12,300' Höhe, d. i. 3600' hö- her, als die nahe liegende Stadt Quito (0'',31 S.), regelmässig stündliche meteorolo- gische Beobachtungen angestellt, ein Jahr lang, vom December 1845 bis December 1846, zuweilen selbst des Nachts und mit verglichenen Instrumenten. Es fand sich hier die Amplitude der täglichen Barometer - Fluctuation weit geringer als in Quito, 8970' hoch, und als in Bogota, 8100' hoch. Sie betrug auf dem Antisana in der Höhe von 12,300 Fuss, nur 0,52 Millimeter, während sie in jenen Städten betrug 2,3 mm, und unten an der Küste 2,0 bis 3,7 mm. — Uebrigens ist diese Abnahme der täglichen Barometer - Fluctuation auf der gemässigten Zone schon in geringerer senk- rechter Erhebung hervortretend; z.B. ist sie in Zürich (47 N.) 0,28 mm ^ auf dem Rigi, 5500' hoch, aber nur 0,tOmm (wenn auch durch die Unregelmässigkeit der TJn- dulation und zumal durch die mit der täglichen Ascensions - Strömung aufsteigende Dampfmenge das normale nachmittägliche minimum des Barometer - Druckes hier ver- deckt oder gar in ein maximum verwandelt wird). Aus dieser Abnahme nach obe.n](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21068410_0218.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)