Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry.
- Adolf Mühry
- Date:
- 1860
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Credit: Allgemeine geographische Meteorologie : oder Versuch einer uebersichtlichen Darlegung des Systems der Erd-Meteoration in ihrer klimatischen Bedeutung / von A. Mühry. Source: Wellcome Collection.
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![sichtigt, auch in Brüssel, Wien u. a. meteorologisch beachtet), wenn man die Zahlen, womit die mittlere Temperatur der Monate be- zeichnet wird, summirt, indem man etwa die unter 0*^ enthaltenden dabei ausschliesst. Auf dem o-rössten Wärme-Centrum der Erde, zu Mas- sava (15 N.) am Rothen Meere, ergeben auf diese Art die monat- lichen Wärme-Mittel das Wärme-Quantum von 304» R. (nach Dove's Temperaturtafeln, 1848, bestimmt), wohl das höchste, was man überhaupt findet; in Ostindien, zu Madras (13« K), erhält man auf diese Weise 276, in Westindien, zu Paramaribo (5 N.) 256<^R. Im extremen Gegensatze finden wir auf dem grössten W i nt e r - K ä 11 e p o 1 e zu J akuzk (62 N.), dass hier während der fünf Sommer-Monate, d. h. in denen allein die mittlere Temperatur über 0'^ steht, das summirte Quantum ergiebt 46, aber auf dem westlichen, weniger continentalen Winter-Kältepole, auf der Melville- Insel (74 N.) ergiebt die Summe der drei Sommer - Monate nur 5,4, und in Spitzbergen (80 N.) gar nur 3,3 *). Auf dem Nord-Cap von Scandinavien bilden sechs sommerliche Monate zusammen doch nur 18 R. — Auf der gemässigten Zone beträgt in Rom (41 N.) diese Summe 151, in Mannheim (49,29 N.) binnen 11 Mo- nate, 97,2 [in Carlsruhe, das so nahe dabei liegt (49,1 N.) 99,4, in Brunn, auf derselben Parallele (49, 1 N.), binnen 10 Monaten, 102,2 R. und auch in Wien (48,13 N.) binnen 11 Monaten, 102 R.]. Vergleicht man nun allein noch höhere Spitzen der Temperatur- Curven, etwa über 10, so findet man, in Rom bleibt diese Höhe 7 Monate hindurch, und diese liefern eine Summe von 34, über 15 bleibt sie 4 Monate und diese liefern 13, über 18 bleibt sie 2 Monate und diese liefern 2 R. Wärme-Summe. In Mannheim bleibt die mittlere Temperatur über 10 nur 5 Monate und liefert eine darüber hinausgehende Wärme-Summe von nur 22, über 15 bleibt sie hier nur 3 Monate und liefert nur 2,1 R. Es ist ein- leuchtend, dass man auf diese Weise die Genauigkeit der Verglei- chungen noch steigern kann dadurch, dass man noch kleinere Zeit- theile summirt, anstatt der mittleren Temperatur der Monate, die von fünf Tagen, oder der einzelnen Tage, sogar der Stunden, ob- gleich die Leistung der Instrumente gewisse Grenzen setzen muss. *) Demnach ist für den Sommer doch Spitzbergen als dem Kältepol näher ange- hörend zu betrachten, welcher jedenfalls zu dieser Jahreszeit im Meere liegen muss; v/ieder ein Beweis, dass am Nordpol kein grosser Continent vorhanden sein kann (N. 13),](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21068410_0087.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)