Die Bluterkrankheit in ihren Varianten : Scorbut, Purpura simplex, Purpura (Peliosis) rheumatica, Purpura hämorrhagica, Erythema nodosum, Hämophilie, Nabelbluten, Blutschwitzen und Fettentartung der Neugeborenen / dargestellt von Wilhelm Koch.
- Koch, Wilhelm
- Date:
- 1889
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Credit: Die Bluterkrankheit in ihren Varianten : Scorbut, Purpura simplex, Purpura (Peliosis) rheumatica, Purpura hämorrhagica, Erythema nodosum, Hämophilie, Nabelbluten, Blutschwitzen und Fettentartung der Neugeborenen / dargestellt von Wilhelm Koch. Source: Wellcome Collection.
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![Sf\^oh9 mit die sehr wohlfeil waren und in unmässiger Menge gegessen wurden. £ der Ze t aber da Ts Wasser austrocknet, sind die Tage ausserordentlich heiss, die ScMe uneArtlich kalt, die Luft neblich und feucht, später, wenn die m grlsftS ählT^^^^^^^^^ Fische faulen so stmkend und dick, das eden Morgen einige Stunden vergehen, ehe die Sonne die schädlichen Dunste zerstreut. Noch später zeigte der Boden m sandigem Grunde k eine Inseln und Sand- bänke, deren Umgebung stehende seichte Gewässer ausmachten. Aus ilrnen, ob sie gleich trübe und schlammig waren, nicht aus dem Strom, wo er schnell fliesst, wurde c^etrunken, von den liegengebliebenen Fischen eme Unmasse, schlecht zugerichtet, eeessen Die Baracken aber standen auf sumpfigem, feuchtem, niedrigem Grunde. Da endlich die Soldaten die einzigen Einwohner des Ortes waren, mussten sie alle Tage bis an den Leib im Wasser stehen, das Holz auszuwerfen, das ihnen zur Förderuno- und zum Bauen aus der Ukraine geschickt wurde. Die meisten Rekruten, die die A^rmee vollständig zu erhalten geschickt wurden, stressen zu ihr selten eher, als wenn sie im Begriff war zu marschiren oder wirklich schon sich bewegte. Obwohl nun diese Rekruten meistentheils junge, rohe und durch die lange und beschwerliche Reise sehr abgemattete Leute waren, so konnte man sie doch nicht erquicken oder ihnen Zeit zum Ausruhen lassen. Sie wurden vielmehi- unmittel- bar unter die Regimenter gesteckt und kamen nun auf einmal in diese ganz neue Lebensart. Auch setzten die Truppen sehr früh, öfter bei dickem Nebel oder Thau oder Regen oder heftiger Kälte sich in Marsch, um Mittags oder später entweder bei unerträglicher brennender Hitze und bei Staub oder bei Regen auszuruhen. Kam so der arme Soldat verschmachtet oder durchnässt ins Lager, so musste er gleichwohl meistens auf die Feldwache oder zu den Vorposten. Eine andere Noth war der Mangel an gutem und reinem Wasser, den sie auf dem Marsche leiden mussten. Einige warfen sich vor grosser Hitze nackend in jeden schlammigen Teich, den sie trafen, indess die andern ihren durch Staub und Hitze erzeugten Durst durch jeden Tropfen unreinen, stehenden Wassers, das ihnen in die Augen fiel, zu löschen suchten. Hieraus entstanden die verschiedensten Krankheiten. Auch bei den später Evacuirten wirkten feuchtes Lager, verdorbene Nalu-ung und andere Schädlichkeiten in verstärktem Masse. Chmelsky 1767. Während der Jahre 1760 und 1761 wüthete unter der östen-eichischen Armee in Niederschlesien der Scorbut in einem solchen Grade, ■dass über 20,000 Soldaten von ihm befallen wurden und sehr viele starben. Be- sonders heftig trat er um Schweidnitz auf, wo er unter der Bevölkerung und Be- satzung endemisch herrschte. Als seine Ursachen werden bezeichnet unregelmässige Ernährungsweise, da nur schwer verdauliche Hülsenfrüchte und mehlartige Stoffe ge- nossen wurden, dann die Zeitmangels wegen oft ungenügende Zubereitung des frischen Fleisches, endlich die Beschaffenheit des Wassers. Viele Brunnen und Quellen waren durch Arsenik (?) vergiftet, wesswegen die Soldaten oft faules, stinkendes Wasser tranken. Dabei litten sie durch grosse Märsche und Nachtwachen in einer Luft, welche bald heiss, bald kalt, stets feucht und durch Effluvien aller Art ver- pestet war. Ihre nassen Kleider mussten oft auf schlammiger Erde am Körper trocknen. 1762 ging es nicht viel besser, wie man bei Brambilla 1775 nach- lesen mag. Larrey 181-3. In den ersten Tagen des Monats Juli brach der Scorbut zuerst unter den Verwundeten der französischen Armee in Alexandria aus, nach- dem die Stadt vom Feinde vollkommen abgeschlossen und eine grosse Karavane mit Vorräthen abgefangen worden war. Daher gesellte sich zur Krankheit auch bald Mangel, so an frischem Fleisch und Gemüse, an gutem Brod, dessen Herstel- lung zur Hälfte aus Gerste und zur Hälfte aus übersalzenem Reis geschah, endlich und vor Allem an Wasser. Letzteres wurde aus Cisternen genommen, welche schon lange nicht ausgeräumt, daher schlammig waren und in welche überdies noch faulendes See- und Teichwasser eindrang. Eine Augenepidemie, welche kurz vorher unter den Verwundeten geherrscht hatte, sowie die Verletzungen selbst mochten zum Scorbut disponiren. Besonders aber wird die Feuchtigkeit beschul- digt, welcher die Soldaten nach dem Durchstich des Sees Accadyeh ausgesetzt waren; auch hatten sie einen anstrengenden Dienst und mussten beinahe immer im freien sumpfigen Felde zubringen. Gleich anfangs erkrankten Viele, doch liess die Krankheit nach, als frisches Pferdefleisch vertheilt, der Reis vor dem Ver- mählen gewaschen und Spirituosen, Weinessig, Datteln. Kaffee und Zuckorsyrup ver- theilt wurden. Mit der Verschlechterung des Trinkwassers stieg die Zahl der Er- krankungon, so dass Anfangs August 14-1500 Scorbutiker im Spital sich befanden vie Linwohner, welche über nur verdorbenen Reis und schlechtes Wasser verfügten] Koch, Bluterkraiiklieit. q](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21499299_0165.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)