Ueber Entwicklungs- und Kreislaufverhältnisse kleinzelliger Rundzellensarkome der Muskeln ... / vorgelegt von Theodor Klein.
- Klein, Theodor
- Date:
- 1886
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Credit: Ueber Entwicklungs- und Kreislaufverhältnisse kleinzelliger Rundzellensarkome der Muskeln ... / vorgelegt von Theodor Klein. Source: Wellcome Collection.
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![oft sehr massenhafte Neubildungen erzeugen, dass wir sie, wenn sie nicht gerade aus bekannten Entzündungsproducten beständen, ohne weiteres in die eigentlichen Geschwülste hinein¬ rechnen würden; bei gewissen Geschwülsten aber, und dies ist schon seit Galen anerkannt, ist der entzündliche Ursprung un¬ zweifelhaft, nur erscheint das Product so begrenzt und selbst¬ ständig, dass es sich als etwas vom Anfangsprocess ganz ver¬ schiedenes darstellt, „die Grenze zwischen diesen wirklich entzündlichen Geschwülsten und den übrigen ist überhaupt nicht scharf zu ziehen, eben weil ein Irritationszustand allen neopla¬ stischen und nicht wenigen exsudativen und sekretorischen Geschwülsten zu Grunde liegt.“ Ebenso kann auch Samuel (Handbuch der Pathologie) keine feste Grenze zwischen Ent¬ zündung und den Geschwülsten finden. Es ist dadurch sehr wahrscheinlich, dass auch durch die Reize, welche die sarko- matöse Neubildung liervorrufen, ebenso wie es durch die Untersuchungen von Cohnheim über Entzündung nachgewiesen ist, auch eine Auswanderung der weissen Blutkörperchen am den Gefässen statt hat, dass sich dann beide aber wol unter¬ scheiden durch die Umwandlung, die sie dann mit diesen Zeller zustande bringen. Die weissen Blutkörperchen würden sodanr in diesem Falle teilweise das indifferente Bildungsmaterial ab¬ geben, aus dem sich unter dem Einfluss des specifischen Ge schwulstreizes auch die specifischen Sarkomzellen hervorbilder würden. Diese Ansicht, die von Götte (Virch. Arch. B. y8- S. 472) zuerst bei Gelegenheit des Wundheilungsprocesses aus gesprochen wurde, findet allerdings in Ackermann ihren Gegner der es (1. c. p. 59) als immer sicherer werdend annimmt, „das; eine Differenzirung der indifferenten Zellen zu specifischei Elementen schon in den frühesten Perioden der embryonale] Existenz erfolge, und jede weitere physiologische oder patho logische Neubildung nunmehr an die homogene Proliferatioi specifischer Zellen gebunden sei.“ Diese Ansicht würde dam eben die Anwesenheit des „embryonalen Geschwulstkeims Cohnheims involviren, eine Streitfrage, die mit aller Sicherheil wie sie Ackermann hinstellt, noch nicht geschlichtet ist. Ohne Zweifel stammen die Zellen der Geschwulst, ebens wie durch die Arbeiten von Stricker und seinen Schüler](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30581060_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)