Volume 1
Mitteilungen aus der Augenklinik des Carolinischen Medico-Chirurgischen Instituts zu Stockholm / von J. Widmark.
- Widmark, Johan.
- Date:
- 1898-1904
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Credit: Mitteilungen aus der Augenklinik des Carolinischen Medico-Chirurgischen Instituts zu Stockholm / von J. Widmark. Source: Wellcome Collection.
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![Jahre 1879—1894 24,6 Proz. Blennorrhoeblinde — eine Zahl, die die entsprechende in Magnus' Statistik um etwas überschreitet — da- gegen unter 245 Blinden aus der AugenkHnik des Seraphimer- lazaretts in den Jahren 1889—i8g8 und aus meiner Privatpraxis in den Jahren 1884 —1898 nur 5,3 Proz. Letztere, in Anbetracht des verhältnismässig hohen Prozentsatzes von der Blindenanstalt, überraschend niedrige Ziffer beruht nach meiner Meinung darauf, dass sich die Statistik für Schweden besonders günstig gestaltet in Bezug auf junge Blinde im allgemeinen. Es kommen nämlich bei uns nur 9 Blinde auf 100,000 Individuen im Alter von o—10 Jahren gegen 17 oder nahezu doppelt so viele in Deutschland. Addieren wir zur Blindheit du]^ch Ophthalmia neonatorum das Prozent für Ophthalmia adultorum — 1,22 Proz. — so gelangen wir indessen für unser Land bis auf 6,52 Proz. Blinde durch Augen- gonorrhoe, unleugbar eine sehr respektable Zahl. Und gleichwohl sind die, welche durch Augengonorrhoe ganz und gar das Augenlicht eingebüsst haben, nur eine Minderzahl gegen die, welche, ohne völlig des Gesichts beraubt worden zu sein, das- selbe doch so geschwächt erhalten haben, dass ihre Arbeitsfähigkeit dadurch für immer Abbruch erlitten hat. Die Bedeutung der Gonorrhoe als Erblindungsursache ist von allen Verfassern, welche sich mit diesbezüglichen Fragen beschäftigt haben, scharf hervorgehoben worden. Dagegen ist die Rolle, welche die Syphilis in dieser Hinsicht spielt, nicht in gleichem Masse be- rücksichtigt worden. Und doch ist die Bedeutimg der letzteren Krankheit keineswegs geringer, obgleich die exakte Zahl nicht ebenso leicht anzugeben ist wie die für die Gonorrhoe. Die syphi- litischen Augenaffektionen nehmen viele Formen an. Kaum irgend ein Teil des Sehorgans entgeht ihnen gänzlich und der Zusammen- hang der einzelnen Fälle mit Lues ist nicht immer so leicht nach- zuweisen. Infolgedessen werden eine Menge Blindheitsfälle, welche zumeist auf Syphilis beruhen, unter den verschiedensten Rubriken in den statistischen Angaben aufgenommen. Dies ist auch der Fall in der Statistik, die ich aus dem Sera- phimerlazarett und meiner Privatpraxis gesammelt habe. Hier kommt eine sehr niedrige Ziffer für S3^philis vor, nur 0,41 Proz. Aber diese Zahl betrifft nur die Keratitis parenchymatosa e lue hereditaria. Es giebt indessen viele andere Augenkrankheiten, welche in meiner Statistik durch recht hohe Zahlen vertreten sind und von welchen man weiss, dass sie in den allermeisten Fällen auf Syphilis beruhen. So verhält es sich mit der primären Sehnervatrophie. Das Prozent](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21641638_0674.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


