Volume 1
Mitteilungen aus der Augenklinik des Carolinischen Medico-Chirurgischen Instituts zu Stockholm / von J. Widmark.
- Widmark, Johan.
- Date:
- 1898-1904
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Credit: Mitteilungen aus der Augenklinik des Carolinischen Medico-Chirurgischen Instituts zu Stockholm / von J. Widmark. Source: Wellcome Collection.
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![Die Diagnose wurde auf ein beginnendes Sarcoma chorioideae und eine zufällige Episkleritis gestellt. . Ord.: Natr. salicyl., 5 g den ersten Tag, 3 g die darauffolgenden. Nach 4 Tagen war die Injektion geschwunden und das Sehvermögen etwas gebessert. [S. = ^/no]- Mitte Juli hatte Pat. an der temporalen Seite der Sklera einen neuen Anfall von Schmerzen mit Ciliarinjektion, von demselben Aussehen wie das vorige mal. Die Irritation schwand auch dieses Mal nach Gebrauch von Natr. salicyl. während einiger Tage. Bei den wiederholten Untersuchungen der Pat. wurde beobachtet, daß die Netzhautablösung zunahm. Dieselbe verbreitete sich allmählich nach innen bis an die Papille heran. Außerdem fing die Tiefe der vorderen Kammer an, etwas enger zu werden. Auch der Druck wurde allmählich merklich niedriger als normal. Den 29. Januar 1902 wurde notiert, daß die Refraktion am höchsten Punkt der Retinalablösung -|- 12 D. betrug. Obwohl der Druck fortwährend etwas niedriger als normal war, schien mir doch auf Grund des Aussehens der Netzhautablösung und des Fehlens aller anderen ätiologischen Momente die Diagnose Sarcoma chorioideae äußerst wahrscheinlich, um so mehr, als ich bei mehreren vorhergehenden Fällen von Netzhautablösung bei Aderhautsarkom in einem frühen Stadium eine gelinde Herabsetzung des Druckes und Verminderung der Tiefe der vorderen Kammer beobachtet hatte. Pat., die sich zu\'or einer Operation widersetzt hatte, entschloß sich nun für eine Enukleation, und diese wurde Anfang Februar 1902 vor- genommen. Untersuchung des enukleierten Auges. Makroskopische Untersuchung. Der Bulbus, welcher von normaler Form und Größe war, wurde in Carnoys Flüssigkeit fixiert, sodann mit Alkohol steigender Stärke behandelt imd in Celloidin eingebettet. Nach Durchsclmeidung des Bulbus zeigt sich die Cornea gleichmäßig gewölbt. Der Corneoskleralrand ist temporal etwas eingezogen. Die vordere Kammer flach. Die Kammerwinkel im temporalen Teile aufgehoben. Im hinteren temporalen Teil des Auges ist ein an die Sklera gren- zender Tumor zu sehen, der nach hinten bis an die Papille, nach vorne nicht völlig bis an die frontale Medianebene des Auges reicht. Die größte Länge der Geschwulst im Horizontalschnitt ist i cm. Die Begrenzung nach dem Innern des Auges ist gerade und eben, so daß die horizontale Durch- schnittsfläche der Geschwulst das Aussehen eines Segmentes hat. Die Farbe der Schnittfläche des Tumors ist dunkelgrau mit dunklerer Peripherie. Die Netzhaut ist temporal zum größten Teil abgelöst. Die Ablösung beginnt bei der Papille und endigt 2 mm vom Corpus ciliare. Auch im nasalen Teil eine flache, bei der Papille beginnende Retinalablösung. Mikroskopische Untersuchung. Die Schnitte wurden mit Hämatoxylin und Eosin gefärbt. Eisen- reaktion auf dem Pigment wurde mit Ferrocyankaliumlösung und salzs.aurem Sprit nach Kernfärbung mit Lithionkarmin gemacht. Zwecks NacTiweises von Bakterien wurde nach den Methoden Löfflers und Weigerts gefärbt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21641638_0718.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


