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Credit: Über subphrenische Abscesse / von Karl Maydl. Source: Wellcome Collection.
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![Schmerzen, welche sich bald nach dem Sturz einstellten, noch zwei Tage seinem Berufe nachgehen. Nach dieser Zeit musste der Kranke das Bett hüten und es stellten sich jetzt und eine weitere Woche hindurch nach jeder Nahrungsaufnahme lieftige Schmerzen mit Erbrechen gallig gefärbter Massen, mit Speiseresten unter- mischt, ein. Kein Blut war darin enthalten. Dagegen fiel dem Kranken eine auffallend schwarze Fai'be des Stuhls auf. Nach weiteren einigen Tagen, während welcher Schmerzen am Rippenbogen besonders in den Vordergrund traten, bemerkte der Kranke eine Auftreibung der rechten Oberbauchgegend. Die Nahrungsaufnahme wurde immer schwieriger, da nach einer jeden solchen ein quälendes Erbrechen aufzutreten pflegte, wobei grosse Mengen von Luft aus dem Munde zu entweichen pflegten. Status prajs.: Der Mann ist abgemagert, von gelblicher Hautfarbe. Puls 108, Temperatur 38'4<', R. 86 in der Minute. Die rechte Seite steht bei der Respiration fast vollkommen still und zeigt nach unten eine stets zunehmende Hervorwölbung. Physikalische Verhältnisse links normal. Rechts, von der Spitze an, voller Lungen- schall. Von der 3. Rippe an beginnt mit scharfer Grenze ein auffallend dumpfer tympanitischer Percussionssehall, welcher, den Rippenrand überschreitend, bis 2 cm unter das Nabelniveau reicht. Am dritten Rippenknorpel überschreitet der Schall die Mittellinie und reicht bis zum linken Sternalrande. Herz wenig verschoben. Auf dem Rücken oben wieder normaler Lungenschal], von der 6. Rippe aber tympani- tischer Schall mit nur undeutlich bestimmbarer Grenze. Athmungsgeräusche links über der ganzen Lunge normal, rechts vesiculär in der Spitze, weiter unten ein leise hauchendes Athmen mit metallischen Geräuschen, deutlichem Stäbchenphänomen, geringer Succussio Hippocratis beim Schütteln, aufgehobenem Stimmfremitus. Übergang des vesiculären Athmens in das amphorische Hauchen plötzlich. Ein Herabrücken der Grenze des vesiculären Schalles ist nicht wahrzunehmen. Unterhalb des rechten Hypochondriums beginnt eine querverlaufende, nach links sich bis zur Mamillarlinie zuspitzende Hervorwölbung. Die Palpation weich elastisch, aber sehr schmerzhaft. Dicht unter dem Nabel, an der unteren Grenze jener Hervortreibung tastet man die Leber als einen queren Wulst. Dieselbe springt mit scharfem Rande hervor und verliert sich nach oben in die Tiefe. Durch Eingiessung in den Magen ändert sich nichts an dem Befunde. Am dritten Tage nach der Aufnahme ist bei Druck auf den linken Theil des Tumors ein lautes Gurren zu hören. Das Geräusch ist dasselbe, als ob Luft von einem hohlen Räume in den anderen durch eine enge Communication durchströmte. Eine Verkleinerung der Anschwellung oder ein Ent- weichen von Luft durch die Speiseröhre ist nicht zu bemerken. Am 5. Tage Erbrechen von graubraunen Massen, welche keine Lungenelemente enthalten. Am 10. Tage des Hospitalaufenthaltes trat der Tod ein. S e c t i 0 n: Rechte Pleurahöhle : Das Zwerchfell ist nach oben bis zur Höhe der dritten Rippe emporgedrängt und mit der Pleura parietalis und mit jener der Lungenbasis verklebt. Iva. hinteren unteren Theil des rechten Oberlappens, sowie in der linken Lunge im ünterlappen ein Verdichtungsherd. Nach der Eröffnung der Bauchhöhle findet sich zwischen Leberkapsel und Zwerchfell ein sehr umfänglicher, durch die Empordrängung des Zwerchfells vorn bis zur zweiten, seitlich bis zur vierten Rippe reichender, nach links bis zum linken Sternalrande sich erstreckender Sack, welcher mit Luft gefüllt ist, dessen Innenwand also die abdominale Fläche des Zwerchfells, dann die Leberkapsel, welche am Leberrande mit dem Zwerchfell verwachsen ist, und das Lig. susp. bilden. Sie ist mit gelblichgrünen Massen und dann mit lockeren Massen, die wie Mageninhalt aussehen, belegt. Am unteren inneren Rande des Sackes, 2 cm nach aussen vom Lig. susp., nach oben genau dem unteren Rande des rechten Leberlappens entsprechend und nach aussen dicht an die Gallenblase heranreichend, findet sich eine 5 cm lange, bis 1 cm breite, von platten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21066693_0146.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


