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Credit: Über subphrenische Abscesse / von Karl Maydl. Source: Wellcome Collection.
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![war sie sowohl vorn als seitlich nachweisbar. Kein Husten oder Auswurf. Alle Symptome besserten sich allmählich, nur die Temperatur blieb etwas erhöht. Dieser günstige Zustand dauerte nicht lange, denn schon am 25. April begann Patient über Stiche in der rechten Seite zu klagen, vorn und seitlich zwischen der 6. und 7. Rippe. Das Fieber stieg an und es trat zu verschiedenen Zeiten Frösteln auf. Vorn war eine Dämpfung zu constatiren, welche sich von der 4. R,ippe nach abwärts in die Leberdämpfung erstreckte. Auch in den seitlichen Partien war Dämpfung zu constatiren, welche sich rückwärts bis zur 8. Rippe nach aufwärts erstreckte. Auscultation über der beschriebenen Gegend liess den Stimmfremitus abgeschwächt vernehmen, keine Spur von Athmungsgeräusch. Die Intercostal- räume waren nicht ausgewölbt, aber sehr schmerzhaft. Husten keiner, auch kein Auswurf. Bei tiefer Inspiration eigentlich keine Stiche, sondern Drücken an den afficirten Stellen. Keine metallischen Phänomene. Über den nicht gedämpften Partien rein vesiculäres Athmen, welches scharf abschnitt. Durch eine Probepunction wurde ein dünnflüssiger, äusserst übelriechender Eiter aspirirt. Wegen äusserer Umstände wurde die Operation aufgeschoben um 2 Tage, da man glaubte, dass die Möglichkeit der Perforation in die Brusthöhle noch weit entfernt ist. Doch nach einem stai'ken Hustenreiz entleerte sich während eines Paroxysmus ein halber Liter Eiter, welcher absolut identisch mit dem durch Punction gewonnenen war. Die Dämpfungsgrenzen rückten zusammen und man konnte deutlich metallische Phänomene constatiren mit amphorischem Athmen, also einen Pneumothorax. Die augenblickliche Besserung hielt nur kurze Zeit an, alle Symptome steigerten sich wieder. Daher machte man am 3. Mai die O]peration. Man schnitt einfach am oberen Ptande der 7. Puppe ein, entleerte einen Liter des beschriebenen Eiters iind desinficirte die Höhle. Durch den eingeführten Finger konnte man sich leicht über- zeugen, dass die Höhle nach oben vom Zwerchfell, nach unten von der Leber begrenzt war. Das Fieber verschwand, der Appetit stellte sich ein. Der Husten, früher so quälend, kam nicht wieder, ausser wenn man etwas von der Spül- fiüssigkeit (Thymolwasser) in die Bronchien hineingelangen liess. Nach zwölf Tagen konnte man das dünne Drain herausnehmen und nach 16 Tagen war die Wunde vollständig verheilt. 21. Au do u ar d. e Perforation des Cöcums. Sehr grosse Dyspnoe, Pleuritis links. Punction von rechtem pleuritischen Exsudat ergibt 3000 cm^ Eiter, Fäcalgeruch. Tod. Section: Perityphlitis und grosser perinephritischer Abscess; ein Ulcus im Cöcum perforirt; Niere schwimmt ganz im Eiter ; im Abscess ein Concrement aus dem Darm, ein ganz ähnliches noch im Cöcum; Abscess steigt hinter der Leber nach oben, Perforation des Zwerchfells. Rechts Pleuritis mit sehr grossem, eitrigem Exsudat. Pericarditis. 22. Lauen st ein stellte im ärztlichen Vereine in Hamburg folgenden Fall vor : Ein 57jähriger Mann erkrankte schon vor 26 Jahren an Unterleibskoliken. Nach 7 Wochen wurde eine Incision in der Cöcalgegend gemacht, welche aber keinen Eiter lieferte. Nach einigen Tagen brach derselbe spontan durch und der Kranke war nach 17 Wochen vollstänrlig wieder hergestellt. Vor 14 Jahren abermalige Kolikanfälle, welche aber nach Wärmeapplication und inneren Medicamenten vorüber- giengen. Die letzte Erkranlamg, bis zu welcher der Pat., bis auf einige katarrhalischen Unbehaglichkeiten, vollkommen wohl war, begann am 1. December. Nach einem Diätfehler traten plötzlich Koliken auf und Ikterus, bald aber auch Beklemmungen und Fieber auf. Am 19. December war bereits der Unterleib, besonders in der Ober- bauchgegend, aufgetrieben und die Leberdämpfung vergrössert. Sie reichte von der Mamilla bis ins Nabelniveau, nach links bis ins linke Hypochondrium. Man konnte im Nabelniveau deutlich den scharfen Leberrand tasten und hatte durch die gespannten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21066693_0171.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


