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Credit: Über subphrenische Abscesse / von Karl Maydl. Source: Wellcome Collection.
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![— 1B4 — begrenzt war und zweifaustgross gegen den Bauch hervorragte. Im Falle 6 kam es von einer hinter der Niere und Leber gelegenen Abs- cesshöhle zu einer Lungen-und Nierenperforation, der einzigen Perforation nach dem eben genannten Organe, welche in dieser Kategorie überhaupt vorgekommen sind. Es erhellt daraus, dass nach Perityphlitis die Durch- brüche in die Pleura fast gleich häufig sind, als jene in die Lunge. Denn unter unseren 25 Fällen ereignete sich der Durchbruch in die Lunge nach den Sectionsberichten viermal (Fall 6, 16 [auch in die Pleura], 17, 20), darunter im Falle 16, nachdem zuerst der Eiter einen abgekapselten Pleuraabscess erzeugt hatte, der seinerseits in die Lunge durchbrach. Ausserdem ist aber eine Lungenperforation aus klinischen Symptomen auch im Falle 19 (spontane Heilung), 24 (ebenfalls) zu erschliessen, da grössere Quantitäten schmutzigrothen Auswurfes oder geballten Eiters unter Abnahme der Krankheitserschei- nungen ausgehustet wurden. Endlich wurde im Falle 14, wo durch Lendenschnitt der Abscess entleert wurde, eine Communication mit den Bronchien constatirt. Über die Art und Weise der Entstehung eines discontinuirlichen subphrenischen Abscesses nach Affectionen des Proc. vermif. kann seit Bierhoff (Arch. f. khn. Med., Bd. 27, pag. 248—267) eine auf Thatsachen beruhende Erklärung gegeben werden. Die Entzündung oder Thrombose der Venen des Cöcums und des Proc. vermif. kann sich bis in den Hauptstamm der Pfortader fortsetzen und hier mit einer totalen oder partiellen Obliteration, andererseits mit eitriger oder jauchiger Pyle- phlebitis mit Leberabscessen und Pyämie enden. Bierhoff theilt vier solche Fälle mit (Mohr, Waller, Buhl, Zenker). In allen diesen Beobach- tungen kam es nach Eiterung oder Durchlöcherung des Proc. vermif. zu einer eitrigen Entzündung der Pfortader mit Leberabscessen. Diese Vor- gänge brauchen sich nur an der convexen Leberoberfläche abzuspielen, um dass nach Perforation eines oberflächlichen Leberabscesses der subphrenische Raum inficirt würde. Am Falle 8 sehen wir diesen Vor- gang mit Überspringen des subphrenischen Raumes ablaufen; der letztere war durch feste Verwachsung der Leber mit dem Diaphragma eigentlich zum Verschwinden gebracht worden. Wir werden zu diesem Gegenstande übrigens in der Gruppe der metastatischen subphrenischen Abscesse zurückkehren. Endlich haben wir einen auffälligen Umstand zu erörtern: Wir stehen nämlich vor der Frage, warum senken sich Wirbelsäule-Eiterungen so regelmässig nach abwärts, und warum steigen die pericöcalen Eiterungen so gerne aufwärts hinter die Leber und ans Zwerchfell? Das Cöcum hat entweder ein Mesocöcum oder liegt mit einem Theile seiner Hinter- wand retroperitoneal. Die Abscesse, welche bei Perityphlitis, ausnahms- weise bei Typhlitis, gebildet werden, können intraperitoneal durch Abschluss mittelst Pseudomembranen oder retroperitoneal gelegen sein. Wenn diese](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21066693_0182.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


