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Credit: Über subphrenische Abscesse / von Karl Maydl. Source: Wellcome Collection.
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![— HIO — waren, gesetzt; aiiaserdem erhielt er eine Einreibung, durch welche eine Haut- abschilferung bewirkt wurde. Acht Tage nach Beginn der Erkrankung zeigte sich eine ca. nussgrosse Geschwulst im rechten Rippenwinkel, die im Laufe von drei Monaten überfaustgross wurde. Die Haut über der Geschwulst war geröthet, überhaupt die ganze Geschwulst sehr schmerzhaft. An einer Stelle wölbte sich die Geschwulst vor und wurde vor drei Monaten in der Kuppe incidirt. Erst den dritten Tag nach der Incision entleerte sich durch die Öffnung gelbgrünlicher Eiter in massiger Menge. 14 Tage nach dieser Incision wurde er in Pest wieder operirt, indem die Incisions- öffnung erweitert wurde und aus der Abscesshöhle Coagula und Eiter entfernt wurden. Die Wunde schloss sich bis auf die jetzt bestehende Fistel im Laufe von drei Wochen. Patient hat während seiner ganzen Krankheit nie gehustet. Appetit war etwas vermindert. Ikterus bestand nie. Patient soll ziemlich stark abgemagert sein. Stat. prses.: Patient ziemlich gross, von gut entwickeltem Knochenbau, massigem Fettpolster, blasser Gesichtsfarbe, leidendem Gesichtsausdruck. Thorax ziemlich lang, massig gewölbt, dehnt sich bei Ptespiration gleich- massig aus. Bei tiefer Respiration klagt Patient über Schmerzen in der Gegend des rechten Rippenbogens. Supraclavicular-Gegend eingesunken. Es besteht eine Assymmetrie beider Thoraxhälften, indem der Rippenbogen rechterseits vorgewölbt ist; diese Vorwölbung setzt sich in einer Breite von zwei Querfingern unterhalb des Ri]3penbogens fast bis zum linksseitigen Pdppenbogen fort. Ca. 3 cm unter dem Proc. xiphoid. findet sich auf der Geschwulst eine 4 cm lange horizontale Narbe, an deren Ende eine Fistelöffnung mit eingezogenen Rändern besteht, aus der sich dünnflüssiger Eiter in geringer Menge entleert. Percussion (Rückenlage des Pat.) ergibt rechts vorne bis zur 4. Rippe vollen Schall, im 4. Intercostalraume klingt sie leicht tympanitisch, von der 5. Rippe abwärts besteht leerer Schall, dessen Grenze sich bei tiefen Inspirationen nicht ver- ändert. Links vorne ist der Percussionsschall hell, voll bis zu dem in den 4. Inter- costalraum hinaufgedrängten Zwerchfell. Die von rechts über den Proc. xiph. reichende Dämpfung geht direct in den Magenschall über. A u s c u 11 a t i o n ergibt in der rechten Lungenspitze abgeschwächtes Athmen mit spärlichem, kleinblasigem Rasseln. P e r c u s s i 0 n (linke Seitenlage des Pat.) ergibt bis zum 4. Intercostalraum vollen Schall, dann folgt eine ca. fingerbreite tympanitisch klingende Zone, und darauf in directer Fortsetzung der vorderen Dämpfungsgrenze absolut leerer Schall. Diese Dämpfung lässt sich auch über den Rücken bis zur Wirbelsäule verfolgen, so dass das ganze Gebiet nach oben von einer horizontalen Linie begrenzt ist und in Handbreite die rechte Thoraxseite umgreift. Herzdämpfung verkleinert. Töne rein. Abdomen im rechten Hypochondrium anschliessend an die Prominenz des Rippenbogens leicht vorgewölbt, sonst überall in gleichem Niveau stehend, weich. Leber lässt sich wegen der oben beschriebenen Dämpfung nicht genau ab- grenzen, ihr freier Rand ist nicht palpabel, da unterhalb des Rippenbogens eine starke Infiltration ein Umgreifen desselben unmöglich macht. Palpation, ja selbst leichte Percussion im Dämpfungsbezirke wird von dem Pat. äusserst schmerzhaft empfunden. Milz erscheint vergrössert, reicht bis zum Rippenbogen. Bei Untersuchung der Fistel gelangt man mit einer Knopfsonde leicht durch einen unterhalb der Rippen gelegenen, nach rechts unten aussen verlaufenden Gang in eine geräumigere Höhle, deren Wandung glatt ist und in der nirgends rauher Knochen nachweisbar ist. Die zwischen der 7. und 8. Rippe befindliche Fistel lässt die Sonde in directer Richtung auch nach rückwärts, dann auch etwas nach](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21066693_0328.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


