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Credit: Über subphrenische Abscesse / von Karl Maydl. Source: Wellcome Collection.
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![verschwanden, die Schmerzen wurden geringer, die Kranke konnte etwas leichte Nahrung zu sich nehmen und auf kurze Zeit leichte Beschäftigung verrichten. Am 12. März nachmittags bekam Patientin plötzlich das Gefühl, als ob ihr etwas in der Herzgegend geborsten wäre, sie klagte über Erstickungsgefühl, war dabei unruhig, kalt und livid an den Extremitäten. Der Puls war sehr frequent, der Herzschlag kaum zu fühlen, die Herztöne schwach. Die Percussion der Herzgegend gab in grosser Ausdehnung einen gedämpften Ton. Ohne Veränderung des Zustandes erfolgte am 15. März der Tod. Section: Starke Verwachsungen zwischen dem linken Leberlappen, dem heraufgezogenen Omentum, der Curvatura minor, der Kardia, der Milz und dem Zwerchfell. Dadurch wird eine mit ichorösem Eiter gefüllte Höhle gebildet. Dieser Abscess stand durch eine 3 bis 4' grosse Öffnung mit einem Magengeschwüre in Verbindung, welches ungefähr */4thale]gross war. Von der Tasche führte eine Öffnung, welche 2 Sonden nebeneinander passiren liess, durch das Zwerchfell ins Pericardium, welches im entzündlichen Zustande auf der serösen Fläche mit purulenten Pseudomembranen bedeckt war und etwa 3 Esslöffel eines eitrigen Exsudats enthielt. Das Herz war stark contrahirt und blutleer. Der sehr zusammen- gezogene Magen zeigte nur noch Spuren einer chronischen Entzündung; die übrigen Organe waren gesund. 11. Eisenlohr. Fall 1. Derselbe starb nur wenige Stunden nach der Aufnahme, man konnte nur wenige Notizen über denselben sammeln. Ein 24jähriges kräftig gebautes Dienstmädchen wurde am 27. December 1876 im tiefen Collaps eingebracht. Sie hatte schon längere Zeit an Schmerzen im Epigastrium gelitten, ist aber seit drei Wochen an diffuser Peritonitis erkrankt. Bauch massig aufgetrieben und tympanitisch klingend, bis auf einen schmalen halbmondförmigen Streifen im Unterbauche. Über der Herzspitze knisternde Reibegeräusche. H. R. vom Angulus scapulae tympanitischer Schall mit Metallklang, kein Athemgeräusch, Temp. 39-8, Puls 140. Unter Erbrechen und Delirien Tod am nächsten Morgen. Section ergab diffuse Peritonitis, unter den Därmen zahlreiche Adhäsionen der Darmschlingen, dazwischen eingeschlossen Eiterdepöts; ein umfängliches solches sass im kleinen Becken, eine eitrige Infiltration reichte hinter Cöcum und Colon nach oben bis zur Leber. Zwischen der hinteren Partie der oberen Leberfläche und dem Diaphragma, sich hinter die hintere Magenwand, kleines Netz, Pankreas und Duedenum fortsetzend eine mit grünem stinkenden Eiter und Gas gefüllte Höhle, welche auch zwischen das Colon transversum und die untere Fläche des linken Leberlappens nach links bis in die Gegend der Milzgegend sich erstreckte. Die Pylorusgegend fest mit der Umgebung verwachsen, eitrig belegt; in der hinteren Magenwand ein rundlicher Substanzverlust von Groschengrösse, welcher in die er- wähnte Eiterhöhle führt. Ein zweiter flacherer, nicht perforirender Defect in der vorderen Magenwand. Die Leberoberfläche, wo sie die Abscesswand bildet, ziemlich tief eingedrückt. Pleura und Perikard frei. 12. Albers. Auch nach Abscessen der Magenwand hat man Durchbruch in die Pleurahöhle beobachtet. Der Abscess der Magenwand, oder richtiger in der Umgebung des Magens (Perigastritis), lag in der Nähe der Kardia in der kleinen Cui'vatur, hatte sich nach oben zwischen den beiden Blättern des Peritoneums ausgebreitet und das Zwerchfell perforirt; eine dünne eiterhältige Masse füllte den linken Pleurasack zu Vs an. Die Muskelhaut des Magens war erweicht, die Schleimhaut war über dem Abscess geröthet, aber noch nicht perforirt, die ganze Magenwand blutreich. Der Abscess hatte sich unter sehr schleichendem Verlaufe gebildet, die Perforation des- selben nach der Pleura dagegen hatte binnen 36 Stunden zum Tode geführt. May dl, Über subphrenische Abscesse. 6](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21066693_0099.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


