Beiträge zur Kenntniss des Nervensystems und der Netzhaut bei Anencephalie und Amyelie / von Karl Petrén und Gustaf Petrén.
- Petrén, Karl Anders, 1868-1927.
- Date:
- 1898
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Credit: Beiträge zur Kenntniss des Nervensystems und der Netzhaut bei Anencephalie und Amyelie / von Karl Petrén und Gustaf Petrén. Source: Wellcome Collection.
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![issen geben könnten, scheint a priori wahrscheinlich, wenn wir 3(lenken, dass die Fälle dieser Missbildung als ganz kolossal -aafassende, von der Natur selbst ausgeführte, Gudden’sche \xperimente mit Fug bezeichnet werden können, und wenn wir uns erinnern, von welcher Bedeutung für unsere Kenntnisse vom m\ des centralen Nervensystems derartige Experimente ge- eesen sind. Da bis jetzt nur eine massige Anzahl von Fällen der Anen- phalie näher untersucht und die hier angegebenen Ziele der be- effenden Untersuchungen gar nicht vollständiger erreicht worden ;ad, so dass weitere Beobachtungen immer noch Interesse dar- eeten können, wollen wir folgende vier Fälle dieser Missbildung ittheilen, bei denen wir die Gelegenheit, das centrale Nerven- stem zu untersuchen, gefunden haben. Diese Fälle scheinen =s auch aus dem Grunde auf ein besonderes Interesse An- ruch machen zu können, weil die Hemmung oder Zerstörung centralen Nervensystems hier einen weit grösseren Umfang [reicht hatte, als im Allgemeinen in den früher mitgetheilten Illen. Namentlich war in unseren Fällen auch die Entwickelung i>s Rückenmarks beträchtlich gestört. ‘ Nachdem wir die Beschreibung und Epikrise dieser Fälle itgetheilt haben, wollen wir die verschiedenen Theorien über i) Ursachen dieser Missbildung in Kürze durchgehen und ver- dien, ob wir einige allgemeinere Schlussfolgerungen machen 2V.pi]nen. Insbesondere mögen die Ergebnisse der Untersuchung eines nies von einer mit totaler Amyelie complicirten Anencephalie mit- bheilt werden. Früher sind nur zwei mikroskopisch vollständiger icersuchte Fälle dieser Art publicirt worden (Leonowa, Ga de). In unserem Falle von Amyelie haben wir auch eine Unter- Ihung der Netzhaut vorgenommen und wollen zuletzt be- l;lich dieses Organes, das ja als eine Abtheilung des centralen Tvensystems betrachtet werden muss, eine kritische Darlegung von uns und von früheren Forschern gewonnenen Ergebnisse ^rn. Fall I. Weiblicher Fötus. Körperlänge 32 cm. Foramen magnum ^pitis ist ganz offen. Die Bogen der obersten Halswirbel fehlen; die :belsäule sonst normal entwickelt. Basis cranii von einer weichen, rothen, ‘fl. tet ist I des eggelmässig geformten, dicken Masse bedeckt. Das Rückenmark geht nach](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22428094_0007.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


