Der Hospitalbrand : eine Preisschrift / von Franz Zaborsky.
- Zaborsky, Franz.
- Date:
- 1850
Licence: Public Domain Mark
Credit: Der Hospitalbrand : eine Preisschrift / von Franz Zaborsky. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![webe des Halses treiben sich auf. Allmählig verliert die Pseudomem- bran bei der Gangraena nosocomialis ihre weisse Farbe, wird dunk- ler, grau und pulpös, — on diroit que la fausse membrane se ruine, se fond en passant a V etat de putrilage, sagt D el p e c h; und auch bei der Angina maligna verwandeln sich die weissen Flecken nach und nach in eine gelblichweisse oder graue, oft mehrere Lie- nien dicke Schichte,— les concretions se corrompent, sagt Breton- ne au (p. 51.) — eine übelriechende Jauc]ie sickert jetzt aus der affizirten Wunde, und in manchen Fällen— (Delpech’s sanguino- lenta) — färbt exudirtes Blut die sie bedeckende Schichte; stinkende, corrodirende, zuweilen mit Blut vermischte Flüssigkeit rinnt bei der bösartigen Bräune aus Mund und Nase, und Blutextravasat gibt nach Bretonneau den Concretionen ihre zuweilen ganz schwarze Farbe. Erst jetzt und unter der so verderbten Schichte greift der Hospital- brand in das organische Gewebe ein, Alles, was seine oft bis auf den Knochen dringende Zerstörung erreicht, in dieselbe pulpöse Masse, die die Oberfläche bedeckt, und sich an der Luft fortdauernd zersetzt, verwandelnd; und dort, wo die in Verderbniss begriffenen Pseudomembranen lange mit der Schleimhaut in Berührung standen, fand Bretonneau seine Erosionen, unter den sich zersetzenden Häuten fräs nach Langhans ein scharfes Wasser die Theile auf, sah Maerker Uvula und Velum palatinum verschwinden, und unter den vermeintlichen Brandschorfen sahen die Alten ihre Geschwüre, griff bei der Fegarite die Zerstörung selbst den Knochen an. Beden- ken wir noch, dass das Fieber bei der Nosocomial-Gangraene wie bei der einfachen bösartigen Bräune etwas sehr unwesentliches sei, und im Anfänge der Krankheit gewöhnlich ganz mangle, dass diese wie jene in der Infection die Quelle ihres Entstehens anerkenne, und diese wie jene mit der Familie der Typhen in genauer Bezie- hung stehe, dass in beiden die Säuren ausgezeichnete Dienste lei- sten; berücksichtigen wir ferner, dass Starr, Langhanns, Bard, Den mann, und noch viele andere Schriftsteller über die brandige Bräune auf der äusseren Haut, vorzüglich an verletzten Stellen, Ver- änderungen wahrnahmen, die auffallend an den so eben beschriebe- nen Hospitalbrand erinnern; so ist es wohl keinem Zweifel unterwor- fen, dass Angina maligna und Gangraena nosocomialis pulposa Aeusse- rungen eines und desselben Krankheitsprozesses seien, an dem sich drei Stadien unterscheiden lassen, von denen das erste durch Con- gestion, das zweite durch Bildung einer Pseudomembran, und das dritte durch Zersetzung der organischen Masse, zu der sich das pathische Produkt des zweiten Stadiums als Ferment verhält, charakterisirt ist. Dass aber bei der Angina maligna weit seltener bedeutende Ein- griffe in die Substanz Vorkommen als bei dem Hospitalbrande, er- klärt sich uns leicht, wenn wir die zeitlichen Verhältnisse berück- sichtigen, und den Sitz beider Krankheiten mit einander vergleichen. Die Nosocomial-Gangraene erreicht nach Delpech selten vor dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22367196_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)