Volume 1
Osmotischer Druck und Ionenlehre in den medicinischen Wissenschaften : Zugleich Lehrbuch physikalisch-chemischer Methoden / von H.J. Hamburger.
- Hartog Jacob Hamburger
- Date:
- 1902-1904
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Osmotischer Druck und Ionenlehre in den medicinischen Wissenschaften : Zugleich Lehrbuch physikalisch-chemischer Methoden / von H.J. Hamburger. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Letztere einer kurzen Besprechung unterziehen, zumal dieselbe nicht nur als nothwendige Ergänzung der van’t Ho ff’sehen Vorstellung von Interesse ist, sondern auch zum Verständniss vieler anderen Erschein- ungen beiträgt, die für uns von Bedeutung sind. Theorie der elektrolytiseheii Dissoeiatioii. Nach Arrhenius sind die Salze in verdünnter wässeriger Lösung, jedenfalls theilweise, in ihre Ionen ges])alten. Diese sind mit einer be- deutenden Menge Elektricität geladen und als elektropositive und elektro- negative in der Lösung vorhanden. So enthält z. B. eine wässerige NaCl-Lösung elektropositive Na'-Ionen, und elektronegative CL-Ionen, die NaoCOa-Lösung elektropositive Na'-Ionen und elektronegative COg^'-Ionen. Es sind die Ionen, welche bei ihrer Bewegung zu den Elektroden den elektrischen Strom leiten; die ungespaltenen NaCl- oder Na^COa-Moleküle sind an der Stromleitimg nicht betheiligt. Diese Letzteren sind, wie Arrhenius es bezeichnet, ,,inaktiv“, die Ionen dagegen sind in dieser Beziehung aktiv. Stoffe, die in wässeriger Lösung keine Zerlegung in Ionen erfahren (Nichtelektroly te), leiten den Strom nicht, sind Nicht- leiter. Nur Verbindungen, die in Ionen zerlegbar sind (Elektrolyte) können als Leiter auftreten. Rohrzucker, Harnstoff und viele andere organische Verbindungen sind Nichtelektrolyte; Salze, Säuren und Basen dagegen sind Elektrolyte. Der Begriff von Ionen als 'rrägern der elektrolytischen Leitung war nicht neu. Schon Earaday hatte sich vorgestellt, dass in Lösungen, welche den Strom leiten, die Moleküle in Theilmoleküle gespalten sind, die sich bewegen (daher der von ihm gegebene Namen Ionen = Wanderer) und dabei die Elektricität mitführen, und Hit torf hatte durch genaue (quantitative Analyse der an den Elektroden stattgefundenen chemischen Veränderungen der leitenden Lösung die Wanderung der Ionen in Maass und Zahl ausgedrückt. Es war dann E. Kohlrausch, der diese von H i ttorf erhaltenen „üeberführungszahlen“ mit den Ergebnissen seiner eigenen Leitfähig- keitsbestimmungen in Zusammenhang brachte und den wichtigen Satz auss}>rach: die Leitfähigkeit eines Elektrolyten ist die Summe der Leitfäh i gkeiten seiner Ionen. Somit ist die Leitfähig- keit eines Elektrolyten eine additive i g e n s c h a f t.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28121144_0001_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)