Volume 1
Osmotischer Druck und Ionenlehre in den medicinischen Wissenschaften : Zugleich Lehrbuch physikalisch-chemischer Methoden / von H.J. Hamburger.
- Hartog Jacob Hamburger
- Date:
- 1902-1904
Licence: Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0)
Credit: Osmotischer Druck und Ionenlehre in den medicinischen Wissenschaften : Zugleich Lehrbuch physikalisch-chemischer Methoden / von H.J. Hamburger. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![B oyle-Mar io tte’s Gesetz. dieser Forderung Genüge geschehen, da durch die Ferrocyankupfer- membran hindurch Wasser aus der Umgebung zutliessen kann. Um diesen Wassereintritt in das Osmometer zu verhindern, bedarf es eines Gegendruckes, und dieser wird durch den üruck geliefert, der durch die zusammengepresste Luft im Manometer ausgeübt wird. Je grösser die Menge der Theilchen, d. h. die Koncentration ist, mit desto mehr Kraft wird sich die genannte Neigung geltend machen, bezw. um so grösser wird die Zahl der Stösse gegen die Wand des Osmometers und gegen das Quecksilber des Manometers sein. Der erforderliche Gegendruck wird ein direktes Maass hierfür sein. Bei Gasen entspricht ein derartiger zum Constanthalten des Volums erforderlicher Gegendruck der Spannung, bei Lösungen dem osmotischen Druck. Damit ist zu gleicher Zeit die theoretische Beweisführung geliefert. Man kann sich mit van’t Hoff den Vorgang auch in folgender Weise vor- stellen. Auf das das Osmometer umgebende reine Wasser wirken zwei Kräfte, der atmosphärische Druck und die Oberflächenspannung. Auf die im Osmometer vor- hamkne Lösung wirkt ebenfalls der atmosphärische Druck und die Oberflächen- spannung. Letztere ist aber kleiner als beim umgebenden Wasser. Diese Ungleich- heit hat zur Folge, dass Wasser in das Osmometer eintritt. Ausser den Pfeffer’schen Versuchen hat van’t Hoff auch die plasmolytischen Untersuchungen (de Vries) und die Untersuchungen an den Blutkörperchen (Hamburger) als Stütze für seine Vorstellung herangezogen. b) Plasmolytisclie Versuche an Pflanzenzellen (de Vries [4]). Wenn man mittelst Plasmolyse die Lösungen von Kalisalpeter, Rohrzucker und Kaliumsulfat aufgesucht hat, welche mit dem Inhalt einer gewissen Zellenart in osmotischem Gleichgewicht sind, so darf man sagen, dass die Lösungen unter ein- ander isotonisch sind. Wiederholt man diese Versuche an einer anderen Zellenart, deren Inhalt eine höhere Koncentration der genannten Lösungen zum osmotischen Gleichgewicht erfor- dert, so zeigen die gleichnamigen Salzlösungen immer noch dasselbe Verhältniss der Koncentrationen. c) Versuche mit Blutkörperchen (Hamburiger [5]). Salzlösungen, welche einen eben beginnenden Farbstoffaustritt aus demselben Blut veranlassen, erweisen sich untereinander als isotonisch (repräsentiren denselben osmotischen Druck). Nimmt man eine andere Blutart, so werden oft andere Koncentrationen zur Herbeiführung des Farbstoffaustrittes erforderlich sein, aber ebenso wie bei den Pflanzenzellen bleibt das Verhältniss der erforderlichen Koncentrationen für die betreffenden Salze dasselbe.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28121144_0001_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)