Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![tags nach der 1. Lehrstunde eine Pause von 15 Minuten; nach der 1. und 3. Stunde Vormittags kürzere Pausen. In diesen sollen die Schüler die Klassen-Zimmer, welche zu lüften sind, verlassen. Die häuslichen Arbeiten dürfen folgende Zeit nicht überschreiten: in der Sexta 1 Stunde, Quinta lr2 Stunde, Quarta und Unter-dYrtia 2 Stunden, Ober-Tertia und TJnter-Secunda 2]/2 Stunde, Ober-Secunda und Prima 3 Stunden. Weiter sind vom Vormittag auf Nachmittag keine Aufgaben zu stellen.—• Am besten wäre es. den Nachmittags-Unterricht ganz ausfallen zulassen; auch wird betreffs der für die häuslichen Arbeiten bestimmten Zeit, die recht hoch gegriffen ist, zu betonen sein, dass es sich um das Maximum der erlaubten Forderung handelt. Ferner ist zu vermeiden das nutzlose Abschreiben und ebenso das massenhafte Exempelschreiben in den untersten Klassen, wodurch das Auge oft übermässig angestrengt wird, — um so mehr als es für die Ausbildung meist nutzlos ist, da es ganz mechanisch geschieht. Es Hessen sich noch mancherlei Schädlichkeiten der Schulbeschäfti- gung anführen: so das officiell eingeführte Zeichnen nach der Stuhl- mann'schen stigmographischen Methode in einem Grewirr von Punkten und Xetzen. Aehnlich die Augen angreifend wirken die zahlreichen schrägen Linien in manchen Schönschreibheften. In den Mädchenschulen wird viel gesündigt durch Handarbeiten, besonders durch übertriebenes Weissnähen, Perlenstickereien, Namensticken u. dgl. In den höheren Schulen sorge man vor allem dafür, dass das Jahres- Pensum auch in der entsprechenden Zeit von allen Schülern absolvirt werden kann und das jetzt so übertrieben häufige zweijährige Verbleiben in einer Klasse vermieden wird. Hiergegen würde schon die allgemeine Einführung halbjährlicher Versetzungen Nutzen bringen, da auf diese Weise den Sitzengebliebenen die Möglichkeit gegeben wird, wenigstens in lr0 Jahr die Klasse durchzumachen. Mit dem 18., höchstens 19. Lebensjahre sollte das Gymnasium absolvirt sein: in Preussen erreichten dies 1887 8 nur 40 Procent der Abiturienten, Therapie. Durch entsprechende coneave Brillen-Grläser können wir den Myopen die Fernsicht wiedergeben. Aber auch flu die Nähe sind Concav-Grläser bisweilen erforderlich, weil sie den Patienten die Möglichkeit gewähret^ in grösserer Entfernung zu lesen und zu arbeiten und so vor allem die schädliche, übermässige Convergenz zu vermeiden. Doch muss man auch darauf hinwirken, dass nunmehr in der That in der entsprechenden Entfernung gearbeitet wird, am besten durch passende Tische, nöthigen- falls durch Kopfhalter. Man bestimme daher, wenn möglich, die Myopie stets gleichzeitig objeetiv ophthalmoscopisch; jedenfalls lasse man die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0101.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)