Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![]>mikt gemessen, der 15 mm vor dem Hornhautscheite] liegt) nimmt und sie von 10,0 oder ll.ii abzieht (Hirschberg, Ostwald): danach würde eine M 20,0 sieh etwa in Emmetropie umwandeln. In der Praxis treten aber öfter sein- abweichende Resultate hervor, wie es ;ius dem physiologisch schwankenden Brechungs-Index der Krystalllinse und der verschiedenen Grösse des llornhautradius (Bihler er- klärbar ist. Für die Nahe wird in der Regel zum Lesen eine Convexbrille nöthig sein: jedoch lernen die Operirten nicht selten durch Zusammenkneifen der Lider auch ohne Correction mittleren oder grösseren Druck lesen. 1 >;i über 5 Procent der operirten Annen in Folge von Cnfection, glauco- matöser Zustünde (auf die man nach der Discission besonders achten muss) oder Netzhautablösungen — v. Hippel hat unter 184 Operationen 8 Netzhautablösungen, die auf die Operation geschoben werden können, — zu Grunde gehen, so ist der Patient auf diese Gefahr aufmerksam zu machen: man wird deshalb auch kaum operiren, wenn bereits ein Auge erblindet oder wenn ein Auge emmetropisch und gutsehend ist. Die Operation führt man so aus, dass man zuerst die durchsichtige Linse ausgiebig- diseidirt — aber ohne die hintere Kapsel zu eröffnen — und wenn stärkere Quellung eingetreten ist (etwa in 4—8 Tagen) durch Eröffnung der vor- deren Kammer mittels einer Lanze den Linsenbrei herauslässt, wobei man sich hütet, dass Glaskörper vorfällt: lieber lasse man noch Linsenmassen zurück. Meist sind später noch eine oder zwei Discissionen erforderlich. Bis zur vollen Ausheilung pflegen mehrere Monate zu vergehen. Diese Zeit kann man abkürzen, wenn man durch einen ausgiebigen Schnitt sofort die durchsichtige Linse entleert. Es bedarf aber hierbei einer ausgiebigen Auslöffelung besonders der Randpartien der Linse (Weber, Sattler, Hess), die nicht ungefährlich erseheint. Durchschnittlich eignen sich Personen über 40 Jahre nicht mehr für dies Operationsverfahren, dürften auch wohl kaum ohne starke Ueberwindung geneigt sein, nachdem sie ihr ganzes Leben mit ihrer Kurzsichtigkeit ausgekommen sind, sieh der immerhin vorhandenen Gefahr des Verlustes eines sehenden Auges aus- zusetzen. Ist ein Auge etwa ein Jahr nach der Operation vollkommen gesund geblieben, und war der Heilungsverlauf ein durchaus exaeter, so bietet die Operation des zweiten kurzsichtigen Auges dem Patienten den grossen Vortheil der Wiederge- winnung des körperlichen Sehens, das bei der durch die einseitige Operation veranlassten erheblichen Refractionsdifferenz selbst mit eorrigirender Brille in der Regel nur unvollkommen bleibt. 2. Hypermetropie. I )as hypermetropische Auge ist auf convergente Strahlen im Ruhe- zustände eingerichtet. Da aber die Gegenstände entweder parallele oder divergente Strahlen aussenden, so müssen letztere, um sich auf der Netzhaut der Hypermetropen zu vereinigen, vorher convergent gemacht werden. Dies geschieht durch Vorhalten von Convexgläsern oder durch Krümmungszunahme der KrystallHnse (Accommodation). Bedient sich der Hypermetrop keines Convexglases, so wird er selbst zum deutlichen Sehen in die Ferne einer gewissen Aeeommodations- spannung bedürfen. Dieselbe ist bei einzelnen Uebersichtigen so fest](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)