Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![schwachen Lösungen ('/4 bis lj2 Procent) auch zu Einträufelungen be- nutzt werden, in stärkerer Dosirung (2 Procent) verwendet mau sie meist nur zum »lirecten Bepinseln der Schleimhaut, wobei ebenfalls das Ueber- schüssige neutralisirt, respeetive mit Wasser ausgewaschen wird. Aehn- lieh wie Höllenstein wirkt das L'rotargol, eine Verbindung' des Silbers mit einem Proteinstoff; man nimmt l/2 bis lOprocentige Losungen oder 5 bis 10 Procent zu Salben. Als Constituens für Salben, die in das Auge kommen sollen, bedient man sich des Ung. Paraffini oder besser noeh des reinen, weissen amerikanischen Vaselins (Marke Chese- brough Manufacturing Comp.). Wegen seiner Löslichkeit in der Thränen- flüssigkeit wird auch das Ung. Gdycerini benutzt. Viel verwendet, be- sonders bei phlyetänulären Processen der Conjimctiva, ist eine Salbe von Hydrarg. oxyd. flav. via humida paratum (Pagenstecher); letzteres ist gelb und feiner vertkeilt als das schon langberühmte ophthalmiatrische Mittel Hydrarg. oxyd. rubrum. Man verschreibt: Rp. Hydrarg. oxyd. via humid, reeent. parat. 0,1—0,2, Vaselini americ. albi 5,0 M. f. ung. DS. Hanfkorngross mit einem Stückehen Papier ins Auge zu streichen und dort mit den geschlossenen Lidern zu verreiben. Nach 5 Minuten sind etwa ungelöste Reste mit einem Läppchen aus dem Conjunctival- sack zu entfernen. Auch bei Liderkrankungen bedient man sich mit Vortheil des Hydrarg. oxyd. flav., ferner des Hydrarg. praec. alb. oder Zinc. oxyd.; hier sind als Constituens die Kühlsalben (Ung. leniens; oder Adipis lanae und Aqu. destill, aa 1,0, Vaselini amer. alb. pur. 10,0) be- sonders empfehlenswerth. — Als antiphlogistisches und ableitendes Mittel ist bei inneren Augenentzündungen sehr beliebt die Arlt'sche Stirnsalbe (Hydrarg. praec. alb. 1-0, Extr. Bellad. 1-0, Ung. simpl. 10-0) oder auch einfacher Ung. einer, mit Ung. simpl. aa 5,0. Diese Salbe wird eine Erbse gross in Stirn und Schläfe gerieben. Wegen ihrer eigenartigen Wirkung auf das Auge seien noch zwei neuere Topica genannt: das Extract. suprarenale (Aterk) (Atrabilin) und das Dionin. Wenn man vom ersteren einige Tropfen in den Conjunctivalsack bringt, tritt sofort eine überraschende Anämie ein, entzündliche ausgedehnte Gefässe ver- engern sich. Leider dauert] die Wirkung nicht lange und ist durch wiederholtes Einträufeln kein hemerkenswerther therapeutischer Effect zu erzielen. Allen- falls könnte man die Blutleere bei oberflächlichen Conjunctival-Operationen mit Vortheil anwenden. Subcutane Injectionen bei Thieren haben sich als sehr giftig erwiesen. Das Dionin, ein Morphinderivat, verursacht, hanfkorngross und mehr in den Conjunctivalsack gebracht, starke Chemose, Oedem der Lider und heftige Schmerzhaftigkeit i'Wolffbergj; ob ein therapeutischer Nutzen dabei heraus kommt, bleibt abzuwarten. In der Regel wendet man die Salben wie auch die meisten adstrin- girenden Augenwässer nur einmal täglich an. Schmidt-Rimpler. 7. Auflage. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)