Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![Derartige (rläser haben den Vortheil (besonders wenn die concave Seite dem Auge zugekehrt ist), dass beim Bliek durch den Rand derselben nur geringe Verzerrung- der Bilder eintritt; man hat sie daher auch als „periskopische Brillen empfohlen, jedoch bieten nur dieConcav-Gläser einen bemerkenswertheren Vortheil (Östwalt). Ausser den genannten Gläsern hat man noch planconvexe (c Fig. 16) und planeonca ve Linsen (d). Doch werden diese wenig verwandt, da sie noch mein' als die Biconvex- und Biconcavlinsen diejenigen Lichtstrahlen, welche durch den Band einfallen, unregelmässig brechen (sphärische Aberration); gemein- sam mit ihnen haben sie die prismatische Wirkung beim peripheren Durchblicken. Die Zahl der in Gebrauch befindlichen Brillengläser ist eine ziem- lich grosse; das Bedürfniss hat dazu geführt, besonders die Gläser von schwächerer Brechkraft verhältnissmässig zahlreicher zu führen. Wenn z. B. auf Linse !/6 die Linse '/7 (Differenz '/42) im Brillenkasten folgt, so folgt auf '/fi0 als schwächste '/g0. Zwischen diesen beiden ist aber die Brechungsdifferenz nur V240- Bereits Burow hatte 1864 dem Ver- langen Ausdruck gegeben, gleiche Refractionsintervalle zwischen den einzelnen Brillengläsern zu lassen. Mit Einführung des Metermaasses hat man auch nach der Richtung einen weiteren Schritt gethan, jedoch haben die Bedürfnisse der Praxis sich einer vollkommen strengen Durch- führung eines einheitlichen Refractionsintervalles widersetzt. 1875 wurde, besonders auf Antrieb von Nagel undDonders, zur Bestimmung der Brennweiten das Metermaass eingeführt. Hiermit war die Unzukömm- lichkeit beseitigt, die darin lag, dass das Zollmaass nicht überall gleiche Grösse hatte. Als Grundlage des ganzen Systems wurde die Meter- linse (Ml) genommen, d. h. eine Linse, deren Hauptbrennweite gleich 1 Meter ist. Die Brechkraft dieser Linse bezeichnet man als 1 Dioptrie (Monover). Eine Linse von 2-0 Dioptrien hat eine dop- pelte Brechkraft; die Brennweite ist ]/2 m. Eine Linse 3-0 hat eine Brennweite von '/3 m. u. s. f. Um geringe Refractionsintervalle zu haben, hat man 0-5 und 0-25 Dioptrien eingeschoben. Die schwächsten Gläser werden als Brüche von Dioptrien bezeichnet; 0-5 ist gleich einer Linse, deren Brennweite 2 m ist. Es ist nicht zu leugnen, dass die frühere, beim Zollmaass übliche Bezeichnung der Linsenbrechkraft durch einen Bruch bequemer war, da die Brennweite sofort in dem Nenner hervortrat. Bei Dioptriebezeicli- nung bedarf es erst des Hineindividirens in 1 m, um die Brennweite zu erhalten. Sehr häufig kommt es alsdann, wenn man den Meterbruch in Cent mietern ausdrücken will, zu irrationalen Zahlen; z. B. ist die Brennweite einer Linse 7-0 = ]i m = 14-2*0714 .... cm! Die Umrechnung aus Zollmass in Dioptriebestimmung ist leicht.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0048.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)