Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![Erkrankungen der Thränenabführungswege. ()(>;> fernung der Nadeln werden hier die Fadenenden geknotet und bis zum Durchseimeiden liegen gelassen (Hulke). Von Geschwülsten der Thränendrüsen sind Cysten, Sarkome und Carcinome besonders zu nennen. Bei der nothwendig werdenden Exstirpation kann man entweder nach Spaltung der äusseren Lid- eommissur von der Uebergangsfalte den Tumor fassen, oder man trennt, am sich einen Zugang zu schaffen, das Lid vom oberen Orbitalrande. Auch bei unheilbarer Epiphora ist die Exstirpation der gesunden Drüse ausgeführt worden (Laurence); neuerdings wurde diese wenigstens bezüglich eines Theiles der Drüse wieder empfohlen: Eversbusch entfernt nur den orbitalen Theil, von aussen durch die Haut eingehend, v. W ecker nur den palpebralen, indem er durch starkes Abwärts- wenden des Auges sieh die unter der Conjunctiva vorspringende Drüse zu Gesicht, führt und durch eine etwa 12 bis 15 mm grosse Bindehaut- wunde herausschält. Durch letztere Operation habe ich einmal eine bereits Jahre lang reeidivirende Keratitis und Conjunctivitis mit stärkeren Thränen, bei vollkommener Durchgängigkeit des Thränennasencanals, bei einem Kinde zu dauernder Heilune; gebracht. 2. Erkrankungen der Thränenabführungswege. I. Anomalien der Thränenpunkte und Thränenröhrchen. Das Abstehen des unteren Thränenpunktes bei Ectropium ist bereits erwähnt; ebenso die dabei erforderliche Spaltung des Thränenröhrchens. — Bei Verengerung der Thränenröhrchen, die auch angeboren vorkommt, kann man durch Einführung conischer Sonden allmähliche Erweiterung anstreben. Ist das Thränenpünktchen ganz verschlossen, aber noch sicht- bar, so geht man mit einer Stecknadel an der betreffenden Stelle ein, erweitert sie und spaltet schliesslich mit dem Weber'sehen Messer das Thränenröhrchen. Sieht man den Thränenpunkt nicht mehr, so wird man durch eine Incision das Thränenröhrchen oder die dem Auge zu- gekehrte Wand des Thränensackes eröffnen müssen. Bisweilen findet man auch doppelte Thränenpunkte. Selten beobachtet man eine Verstopfung der Thränenröhrchen mit Pilzmassen (Streptothrix Foersteri [F. Cohn], nach Andern richtiger Actinomyces, und Mikrokokken); meist sitzen dieselben im unteren Thränenröhrchen, doch kommen sie auch im oberen vor (Schirmer). Andere Fremdkörper dringen ebenfalls gelegentlich in die Ductus.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0679.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)