Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![kommen von einem Punkte, der 10 cm vom Glase, somit vom Horn- hatitscheite] 10 + 2 cm entfernt war. Es ist demnach der eigentliche Fernpunkt des Auges 12 cm vom Hornhautscheitel, also seine Myopie -~- = 8-33D. Die Myopie ist demnach um so geringer, je weiter das corrigirende Ooncavglas vom Auge entfernt ist. Man kann diesen Um- stand auch bei der Refractionsbestimmung in der Weise benutzen, dass man das ungefähr der Myopie entsprechende Ooncavglas zur Probe etwas weiter vom Auge abhält; wird jetzt noch ebenso gut gesehen, so ist die Brechkraft des benutzten Glases zu stark. Umgekehrt verhält es sich mit Convexgiäsern. Convexglas 10-0, D ('/_)) sei z. B. das corrigirende und ebenfalls 2 cm vom Auge gehalten. Das Auge ist hier eingestellt auf Strahlen, die nach einem Punkte con- vergiren, der 10 cm hinter dem Glase liegt oder 8 (d. h. 10—2) cm hinter dem Hornhantscheitel. Der negative Fernpunkt des Auges liegt also 8 cm hinter dem Hornhautscheitel. Der Grad der Hypermetropie .100 10 , / „ 1 ist -5- = 12-0 c . ri oT/ 0 \ 0 y2 Wenn wir vom Hornhautscheitel ans die Lage des Fern- punktes (respective die Refraction) bestimmen, so ist dies eorreet, da der Hornhautscheitel im reducirten Auge mit dem Hauptpunkt zu- sammenfällt [und von diesem aus bei optischen Systemen die Brenn- weite bestimmt zu werden pflegt. Die Methode vom Kotenpunkt aus (der im reducirten Auge 5 mm hinter dem Hornhautscheitel liegt) die Lage des Fernpunktes zu bestimmen, erscheint weniger zutreffend; doch hat diese kleine Differenz für praktische Zwecke meist keine Bedeutimg. Mit der Refraction ist die Lage des Fernpunktes gegeben. Um die Accommodationsbreite zu bestimmen, bedarf es noch der Feststellung des Nahepunktes (P). Zu dem Zwecke benutzt man in der Regel eine sehr kleine Schriftprobe (etwa Nr. 1 der Jäger'schen Schriftproben oder 04 der Snellen'schen), die man lesen lässt und dabei dem Auge immer mehr nähert, bis sie unleserlich wird. Der Punkt, in welchem diese Schrift, wenn auch mit Anstrengung, aber noch scharf und deut- lich gesehen werden kann, ist das p. proximum der Accommodation, dessen Entfernung vom Auge zu messen ist. Da möglichst feine Ob- jecto für diese^Bestimmungen erforderlich sind, empfehlen sich an Stelle der Schriftproben andere Sehobjecte. So etwa feine Seidenfädchen in einem Metall-Viereck ausgespannt (v. Graefe's Optometer) oder die feinen Punktproben von Burchardt oder auch die Benutzung des Sch.einer'schen]JVersuches (Tort erfield-Young'sches < Optometer). Ist der Nahepunkt weit hinausgeruckt, so kann man diese kleinen Sehobjecte nicht gebrauchen, da sie in der notwendigen Entfernung ge-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0078.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)