Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler.
- Schmidt-Rimpler, Herman, 1838-1915.
- Date:
- 1901
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Credit: Augenheilkunde und Ophthalmoskopie : für Aerzte und Studirende / bearbeitet von Hermann Schmidt-Rimpler. Source: Wellcome Collection.
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![sein- belästigt. Diese Schatten treten bei ihnen besonders auffällig her- vor, da alle von entfernteren Lichtpunkten ausgehenden Strahlen sich nicht in einem scharfen Punkte auf der Netzhaut vereinigen, sondern Zerstreuungskreise bilden; die undurchsichtigen Glaskörperelemente, welche im Laufe dieser Strahlenbünde] lieget», halten das Licht aber ah und werfen so Schatten in den Zerstreuungskreis. Ks schwindet daher bisweilen die Klage über Myiodesopsie, wenn corrigirende Brillen getragen werden: der jetzt scharfe Lichtpunkt auf der Netzhaut wird zwar durch die vom Gläskörper abgehaltenen Strahlen etwas liehtschwäoher werden, hat aber keinen Raum für das Zustandekommen der Schatten. Weiter erklärt sich die Häufigkeit der Myiodesopsie daraus, dass sich gerade bei Kurzsichtigen oft pathologische Bildungen im Glaskörper finden. Sind sie so gross, dass sie der Augenspiegel nachweist, so spricht man von Glaskörpertrübungen. Auch eine erhöhte Reizbarkeit der Netzhaut, welche sich öfter gleichzeitig durch Auftreten von Blendungs-Erschein- imgen. Schlechtersehen beim Blick gegen das Licht kund giebt, kann Anlass zur belästigenden Wahrnehmung der Mouches volantes gehen. Metamorphopsie kommt ebenfalls bei Myopen vor. Die Gegen- stände, besonders in der Ferne, nehmen eine veränderte Gestalt an, gerade Linien erscheinen gebogen, die Concavität dem Fixations- punkte zugekehrt (Förster). Verschiebungen der Netzhautzapfen er- klären dies. Beschwerden der Asthenopie finden sich nicht zu selten. Es fehlt die Ausdauer beim Arbeiten in der Nähe; heim Lesen verschwimmen zuletzt die Buchstaben, es tritt Druck und Brennen in den Augen, seihst Kopfschmerz ein. Häufig ist diese Asthenopie, besonders im progressiven Stadium der Myopie, Folge von Hyperämie im Augeninnern oder ab- normer Accommodationsspanmmg: in anderen Fällen beruht sie auf einer Insufficienz der AT. recti interni (vgl. das betreffende Kapitel), welche die dauernde Convergenz der Sehachsen unmöglich macht. Objective Veränderungen. --Die kurzsichtigen Augen treten wegen ihrer langgestreckten, eiförmigen Gestalt oft stärker aus der Orbita hervor, erscheinen grösser. Lässt man sie nasalwärts wenden, so erkennt man die mehr ovale Krümmung gegenüber der kugelförmigen der Hypermetropen und Emmetropen. Die Pupillen sind häufig grösser, wodurch die Augen den Ausdruck grösseren -Feuers haben. Die vordere Augenkammer ist tiefer. Nicht selten besteht ein massiges Irisschlottern (Iridodonesis) bei Bewegungen. Bisweilen bemerkt man ein auffallendes Einwärtsstehen der Augen (scheinbarer Strabismus convergens der Kurzsichtigen). Deckt man aber die einen Gegen- stand fixirenden Augen abwechselnd mit der- Hand, so findet keine Stellungsverrückung der Blicklinien statt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21167990_0087.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)