Die krankheiten der nase und des nasenrachens mit besonderer berücksichtigung der rhinologischen propädeutik / von dr. Carl Zarniko.
- Zarniko Carl.
- Date:
- 1903
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Credit: Die krankheiten der nase und des nasenrachens mit besonderer berücksichtigung der rhinologischen propädeutik / von dr. Carl Zarniko. Source: Wellcome Collection.
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![756 Der Umstand, dass die Sondirung der Stirnhöhle durch die natürliche Schaffers Oeffnung in einem Theil der Fälle unausführbar ist, lässt es wünschenswert Verfahren erschejner]) noch auf einem andren Wege in die Höhle eindringen zu können. Ein derartiges Verfahren hat Schäffer1542 angegeben. „Will ich“, sagt er, „den Sinus frontalis sondiren, resp. suche den Sitz des Leidens in ihm, so gehe ich mit einer festen, aber biegsamen Messingsonde von 2 mm Dicke Silbersonden sind viel zu weich und biegsam und dadurch ganz unbrauchbar — nach vorheriger Cocainisirung der Weichtheilo entlang dem Nasenrücken zwischen Septum und mittlerer Muschel direct nach der Stirn zu in die Höhe. Bald hört man ein leises Knistern, wie vom Zerbrechen feiner Knochen- plättchen, fühlt ab und zu einen stärkeren Widerstand, schiebt aber die Sonde weiter vor und hat zuletzt das Gefühl, in einen Hohlraum gelangt zu sein, dadurch, dass die Sonde plötzlich rascher vorwärts schlüpft.“ Leider droht bei dem Schäfferschen Vorgehen die Gefahr, nicht den Stirnhöhlenboden sondern die Siebplatte zu perforiren, sodass der Sonden- knopf nicht in die Stirnhöhle sondern in die Hirnhöhle eindringt 1552. Ein Fall von Mermod 1553 und der von Grün wald1410> S. 132 mitgetheilte tragische Ausgang eines Pariser Collegen, der sich selbst mit dem scharfen Löffel die Stirnhöhle anbohren wollte und dabei in die Schädelhöhle gerieth, sie be- weisen die unheilvollen Folgen solchen Missgeschicks. Das Schäffersche Verfahren ist deshalb heute allgemein aufgegeben. Auch die Bemühungen, es durch Herbeiziehung der Radioskopie zu neuem Leben zu erwecken (Spiess1554/53), müssen als gescheitert betrachtet werden. Spiess bohrt in der von Schaffer angegebenen Richtung mit einer elektromotorisch angetriebenen Trephine durch, während er die Lage des Instruments in dem auf dem Fluorescenzschirm erscheinenden Röntgenbilde beobachtet. Die Umständlichkeit des Verfahrens möchte hiugehen, wenn es nicht auch durchaus unsicher und gefährlich wäre. Denn die Lage der Trephine kann im Schattenbilde lediglich in der sagittalen Ebene, nicht aber in ihren Abweichungen innerhalb der frontalen Ebene controllirt werden. Nach dem Gesagten istderDuctusnasofrontalisdereinzige brauchbare Zugangsweg, auf dem wir von der Nasenhöhle aus in die Stirnhöhle Vordringen können. 7-7 Bevor wir zu diagnostischen Zwecken Instrumente in den Ductus nasofrontalis einfükren, ist der mittlere Nasengang sorgsam zu reinigen durch Ausspülen, Austupfen ued Auswischen, wobei sich die Anwendung des Killianschen langblätterigen Speculums vielfach als nützlich erweist. Ebenso sind, wie wir später noch im Zusammenhänge besprechen wollen, die in den mittleren Nasen- gang ausmündenden sonstigen Nebenhöhlen, wenn sie gleichzeitig erkrankt sind, eiterfrei zu machen. Man wäscht die Kieferhöhle 1552. Lichtwitz: Ueb. d. auf natürl. Wege diagnosticirte u. behandelte „latente“ Empyem d. Sinus frontalis. Ther. Monatsh. 1893. Heft 8 u. 9. 1558. Mermod: Annales des mal. de l’oreille etc. April 1896 (ref. Semons Centralbl. 13. S. 7. S. 333). 1554. Spiess, G.: Die Röntgonstrahlen im Dienste der Rhinochirurgie. Fortschr. a. d. Geb. d. Röntgenstrahlen. Bd. L 1555. Ders.: Die endonasale Chirurgie des Sinus frontalis. Arch. f. Laryn- gol. 9. 1899.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716766_0716.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


