Experimentelle Untersuchungen über die entzündliche Neubildung von Bindegewebe / von Alexander Maximow.
- Alexander A. Maximow
- Date:
- 1902
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Credit: Experimentelle Untersuchungen über die entzündliche Neubildung von Bindegewebe / von Alexander Maximow. Source: Wellcome Collection.
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![Thierkörper durch viertelstündiges Kochen in physiologischer Kochsalzlösung sterilisirt. Bei einem Theil derselben füllte ich dann noch die Hohlräume nach dem Vorschlag des Herrn Geheimrath ZiEG-LER mit gewöhnlichem Fleischpeptonagar, indem ich die Körper mittelst einer sterilen Pincette für eine kurze Zeit (10 Minuten) in geschmolzenes steriles Agar brachte, dann herausnahm und in einer kleinen sterilisirten Porzellanschale abkühlen liess. Die Operationen wurden ohne Narkose und unter Beachtung der asep¬ tischen Cautelen gemacht. Bei Kaninchen wurden die Fremdkörper durch etwa 1 cm lange Schnitte in der Haut und der Aponeurose des äusseren Bauchmuskels in das lockere intermusculäre Bindegewebe eingeführt. Die Gründe, welche mich beim Kaninchen gerade das intermusculäre und nicht das subcutane Bindegewebe wählen Hessen, werde ich weiter unten erörtern. Beim Hund wurden die Körper in das Unterhautzellgewebe am Bauch oder an der inneren Fläche der Oberschenkel, bei der Taube entweder unter die Haut seitwärts von dem Kamm des Sternum oder in die Masse des Brustmuskels selbst eingeführt. Ein und demselben Thiere wurden gewöhn¬ lich ungefähr acht Fremdkörper verschiedener Art eingeführt, die Tauben bekamen jedoch nur drei bis höchstens vier Stück. Die kleinen Hautwunden wurden durch ein paar feine Seidennähte ge¬ schlossen und der Heilung überlassen, die per primam intentionem erfolgte. Nach verschiedenen Zeiträumen wurden die operirten Thiere durch Chloroform oder Nackenschlag getödtet und die eingeheilten Fremdkörper herausgenommen. Dabei müssen nun bestimmte Vorsichtsraaassregeln befolgt werden, da sonst die schönsten Präparate leicht bis zur vollen Unbrauchbar¬ keit beschädigt werden können. Erst muss in die Haut, weit entfernt von der Stelle, wo der Körper durchzufühlen ist, ein Einschnitt gemacht werden, und dann wird dieselbe sorgfältig mittelst eines scharfen Skalpells von dem Unterhautzellgewebe ab- präparirt, bis man sich in der Nähe des Körpers befindet. Dann wird das Gewebe um denselben herum mit einer kleinen scharfen Scheere behutsam Umschnitten und das Stückchen, sofern es sich um eine Celloidinkammer oder um ein Celloidinröhrchen handelt, sofort in die Fixirungsflüssigkeit ge¬ bracht ; es darf nicht zu viel vom Gewebe mitgenommen werden, da die Flüssigkeit sonst zu langsam eindringt, aber auch nicht zu wenig, da sonst die Verbindung zwischen dem eingewucherten Gewebe und der Kapsel lädirt werden kann. Wenn es sich um Glaskammern handelt, so gestaltet sich das Verfahren etwas verschieden, je nachdem man eine Kammer für Beobachtung im frischen Zustande, oder für Behandlung mit Fixirungsmitteln vor sich hat. Im ersten Falle enucleire ich vor dem Herauslösen der Kammer aus dem Gewebe dem getödteten Thiere die beiden Augenäpfe], sammle den Humor aqueus in eine kleine Porzellanschale und bringe einen grossen Tropfen davon auf einen Objectträger, der schon vorher mit einem der Deck¬ glasgrösse (22 X 22 mm) entsprechenden viereckigen Vaselinewall versehen worden ist. Der Tropfen des Humor aqueus breitet sich innerhalb dieses durch das Vaselin begrenzten Vierecks aus, und in diesen Tropfen bringe ich nun möglichst rasch mit einer kleinen Pincette die aus dem Gewebe rein herausgelöste Glaskammer. Bei dem Herauslösen, besonders in den späteren Stadien, muss man alle Verbindungsbrücken zwischen dem Innern derselben und der Kapsel sorgfältig und rasch durchschneiden, da der Inhalt sonst leicht herausgerissen wird. Die obere und untere Oberfläche der Kammer kann dann noch mit einem mit Humor aqueus getränkten Wattebäuschchen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361456_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


